Schnelleres Internet bis 2020

Espenau erhält keine Breitband-Förderung – Jetzt werden Partner gesucht

+
Gute Aussichten für Espenau: Nach Auskunft der soll in der Gemeinde bis 2020 nahezu flächendeckend schnelleres Internet mit einer Bandbreite von 30 MBit pro Sekunde möglich sein. Da das jedoch vielen Menschen langfristig zu langsam sein dürfte, will er sich für einen Ausbau des Glasfasernetzes stark machen – und sucht nun mit anderen Kommunen nach einem investitionsfreudigen Partner aus der Wirtschaft.

Espenau/Fuldatal/Hofgeismar. Innerhalb der nächsten drei Jahre soll es fast in der ganzen Nordspitze des Landkreises Kassel flächendeckend schnelleres Internet geben. Doch zunächst muss ein Partner her.

Das kündigen die Netzanbieter an. Zufrieden sind die Städte und Gemeinden mit 30 MBit pro Sekunde allerdings nicht und suchen deshalb nach einer schnelleren Lösung.

Das Beratungsunternehmen Micus hat im Auftrag von neun Kommunen im nördlichen Landkreis bei allen Telekommunikationsanbietern wie Telekom, ACO, Breitband Nordhessen und Unitymedia nachgefragt, wie sie ihr Netz bis 2020 ausbauen wollen. Die gute Nachricht: Es soll fast keine weißen Flecken mehr geben, wo Kunden nur im Schneckentempo surfen, erläutern stellvertretend die Bürgermeister Markus Mannsbarth (Hofgeismar) und Carsten Strzoda (Espenau).

Carsten Strzoda

Von 18.936 Haushalten werden nur noch 419 ohne Breitbandanschluss sein. In Espenau sind lediglich acht Haushalte (von 1676) betroffen, in Fuldatal 101 (von 3918). Zumindest lauten so die Absichten der Netzbetreiber. Das Problem: Wegen der erwarteten flächendeckenden Versorgung erhalten die Kommunen keine Förderung, um das Netz noch besser auszubauen.

Auch bei den Plänen des Landkreises sind sie außen vor. Dabei sehen die Bürgermeister weiteren Handlungsbedarf. „30 MBit pro Sekunde sind derzeit nicht schlecht, aber in ein paar Jahren wird das nicht mehr ausreichen“, sagt Mannsbarth. Deshalb arbeiten die Kommunen daran, dass flächendeckend Glasfaserleitungen bis in die Häuser gelegt werden. Sie werden ein deutlich höheres Tempo erlauben. Beim bisherigen Netz besteht der letzte Abschnitt aus Kupferleitungen mit begrenzter Kapazität.

Markus Mannsbarth

Weil es dafür vorerst keine Förderung gibt, müssen die Kommunen nun einen Partner aus der Wirtschaft finden, der kräftig investiert. Glücklich sind die Bürgermeister über die Situation nicht. Strzoda kritisiert die geltenden Richtlinien, die den Kommunen einen Ausbau zumindest erschweren: „Wenn uns von gesetzesgeberischer Seite weiter Steine in den Weg gelegt werden, dann wird vor allem der ländliche Raum irgendwann bei 30 MBit festhängen“.

Davon habe niemand etwas. Auch in Espenau steige die Anzahl der Home-Office-Arbeitsplätze, also der Berufstätigen, die per Computer von zu Hause aus arbeiten.

Keine Details zum Status quo

Wie hoch die aktuellen Internet-Bandbreiten im nördlichen Landkreis sind, darüber gibt es vom Beratungsunternehmen Micus keinerlei Informationen: „Wir machen dazu keine Angaben“, sagte eine Sprecherin der in Düsseldorf ansässigen Firma auf HNA-Nachfrage.

Bekannt ist jedoch, dass es fast überall Beschwerden über zu langsames Internet gibt. „Der Bedarf nach höheren Bandbreiten ist definitiv da“, sagt Bürgermeister Strzoda. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.