Bürgerversammlung in Espenau: Bis zu 50 Flüchtlinge kommen im nächsten Jahr

Espenau. Sprachbarrieren, Kosten und ein vermeintlich vorhandenes Aggressionspotenzial: Die Espenauer Bürger hatten am Freitagabend viele Fragen, als die Gemeinde über die Unterbringung von Flüchtlingen informierte.

Bis zu 50 sollen nach dem Umbau der ehemaligen Grundschule in Espenau-Hohenkirchen im kommenden Jahr dort wohnen können, kosten soll der nach Auskunft des Landkreises gut 200.000 Euro.

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Die Skepsis bei einigen Bürgern war deutlich: Wird die Sanierung der Kreisstraßen weiter aufgeschoben, weil das Geld stattdessen für die Flüchtlinge ausgegeben wird? Muss sich die Gemeinde verschulden? Jörg Roßberg vom Landkreis Kassel versuchte zu beruhigen: Da es sich bei der Schule und allen anderen Unterbringungen um Landkreis eigene Objekte handele, komme der auch für die Kosten auf. Dass dafür Steuergelder verwendet werden, sei klar; daran lasse sich aber nichts ändern, solange das Land Hessen die Kosten für die Flüchtlinge wie bisher nur zur Hälfte übernehme.

Auch die ihm immer wieder begegnete Angst, dass viele Flüchtlinge ein gewisses Aggressionspotenzial mit sich bringen, dementierte er: Von den mehr als 800 Flüchtlingen, die in diesem Jahr bereits in den Landkreis Kassel kamen, seien "eine Handvoll" auffällig. Deshalb sei auch keine verstärkte Polizeipräsenz in Espenau nötig, wie von einem Bürger gefordert.

Den meisten Applaus von den mehr als 120 Bürgern erhielten aber die Redebeiträge, die einen offenen Umgang forderten: So wurde gefordert, die Flüchtlinge offen aufzunehmen. Denn die hätten bisher Schlimmes in ihrem Leben erlebt, bräuchten Unterstützung. Die auch von Gemeindemitgliedern: Auf Nachfrage aus dem Publikum versprach Espenaus Bürgermeister Carsten Strzoda (parteilos), einen Runden Tisch einzurichten. Dort können sich die Bürger melden, die ihre Unterstützung anbieten, sei es bei Arztbesuchen oder beim Einkaufen. (cow)

Rubriklistenbild: © dpa

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