Legionellen-Befall wurde erst jetzt bekannt

Espenau: Gefährliche Bakterien im Wasser festgestellt

Betroffen: In der Kita Espe-Aue in Espenaus Neuer Mitte laufen zurzeit Umbaumaßnahmen, um einen künftigen Befall auszuschließen. Danach muss weiter kontrolliert werden. Fotos: Dilling

Espenau. Bei einer Routineuntersuchung in Sporthallen, Kindergärten und dem Rathaus der Gemeinde Espenau sind erhöhte Werte von Legionellen in Wasserleitungen festgestellt worden.

Das gefährliche Bakterium, das bei Menschen die zuweilen tödlich verlaufende Legionärskrankheit auslösen kann, wurde schon im Oktober im Wasser aus Hähnen in Sanitärräumen der Sporthalle Goethestraße, der Kita Espe-Aue und im Rathaus entdeckt.

Drei Tage wurden daraufhin die Duschen in der Sporthalle gesperrt. „Für Kinder und Sportler hat zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden“, sagte Christian Steltmann, Abteilungsleiter der Gemeindeverwaltung. Man habe die betroffenen Leitungen sofort desinfiziert. In der Kita Espe-Aue liefen zurzeit Umbaumaßnahmen, um einen künftigen Befall auszuschließen. Nach Auskunft des Landkreises muss das Wasser danach noch nachuntersucht werden.

Der Bakterienbefall wurde erst in der Sitzung der Gemeindevertreter am Montagabend durch eine Anfrage der SPD-Fraktion an den Gemeindevorstand einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Die Sozialdemokraten wollten unter anderem vom - parteilosen - Bürgermeister Carsten Strzoda wissen, wie und wo es zu der Verkeimung gekommen ist und welche Kosten die Beseitigung verursacht.

Betroffen: Drei Tage lang waren nach Entdecken des Befunds die Duschen in der Sporthalle an der Goethestraße gesperrt.

Diese belaufen sich laut Strzoda auf etwa 3500 Euro. Darin seien die Kosten für das Spülen und Desinfizieren der Leitungen, den Austausch eines Wasserhahns im Rathaus sowie die Umrüstung von drei Durchlauferhitzern und der Umbau der Wasserleitung enthalten. Das Personal in den Sporthallen habe Anweisung erhalten, das Wasser einmal pro Woche aufzuheizen und die Leitungen durchzuspülen. Das müsse genau dokumentiert werden, sagte Strzoda gegenüber der HNA.

Warmes, aber nicht heißes Wasser ist die Brutstätte von Legionellen. In den wenig genutzten Handwaschbecken des Damen- und Herren-WCs im Eingangsbereich der Sporthalle seien deshalb die Bakterien aufgetreten. Abkühlendes Wasser stehe längere Zeit in den Leitungen, erklärte Steltmann.

In der - erst 2004 errichteten - Kita habe sich der Weg von der Heizung zu den Waschbecken als zu lang erwiesen. Im Rathaus habe das Problem schon durch den Austausch eines Wasserhahns gelöst werden können. Die Legionellen seien aber nur gefährlich, wenn sie über den beispielsweise beim Duschen entstehenden Luftnebel in die Lunge eingeatmet werden. „Das Trinken des Wassers ist nicht gefährlich“, sagte Steltmann.

Die Sporthalle Schulweg, das „Bürgereck“ und der Kindergarten Sonnenhang waren nicht von dem Keimbefall betroffen.

Von Peter Dilling

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