"Allein bekommt man den nicht weg - man braucht Spezialgerät"

Fassungslosigkeit in Espenau: 15 Meter langer Storchenmast gestohlen

Espenau. Klaus von Laar ist immer noch fassungslos. „Ich weiß nicht einmal, was man damit sonst anfangen kann", sagt der Espenauer. Der Grund seiner Fassungslosigkeit: Der Espenauer Senioreninitiative, der auch von Laar angehört, wurde ein 15 Meter langer Storchenmast gestohlen.

Allerdings handelt es sich nicht um einen Masten, der aufgestellt, sondern auf dem Parkplatz neben der Feuerwehr gelagert wurde. Die Steine, auf denen er trocken gelagert wurde, wurden ebenfalls gestohlen. „Wir haben vor zwei Jahren per Zufall zwei Stück bekommen und zunächst nur einen aufgestellt“, erzählt von Laar. Während im vor zwei Jahren aufgestellten Storchennest vor Kurzem erstmals Störche eine Besichtigung vornahmen, ist der zweite über den Winter gestohlen worden.  

Wann genau, das weiß auch von Laar nicht. „Man kommt selten am Parkplatz vorbei. Hier gehen auch nur Leute mit Hunden spazieren“, so von Laar. Und für Stöckchenholen ist der Mast nicht nur zu groß, sondern mit einem Gewicht von rund zwei Tonnen auch zu schwer. „Allein bekommt man den nicht weg und so einfach lässt er sich auch nicht abtransportieren“, sagt von Laar. Für den Abtransport des ehemaligen Mittelspannungsmastes sei Spezialgerät nötig.

Auch die Frage des Abtransportes beschäftigt den Senior. „Direkt neben der Feuerwehr ist der Kreisel. Das ist gar nicht so leicht, den Mast da durch zu bekommen“, sagt von Laar. Vor zwei Jahren habe man den Mast an der Feuerwehr lagern müssen, weil die Zufahrt zum Bauhof zu eng war, um ihn dort zu lagern. Zersägt wurde der Mast allerdings auch nicht. „Hier gibt es nirgendwo irgendwelche Spuren von Sägespänen“, erklärt von Laar.

Auch nach Wochen des Fehlens hat man bei der Senioreninitiative weder eine Spur noch eine Vermutung, wo der Mast abgeblieben ist. „Ich habe bei der Gemeinde und der Feuerwehr nachgefragt. Die wissen auch nicht weiter. Und aufstellen kann ihn auch niemand, das würde ja auffallen“, sagt von Laar. Um ihn sicher im Boden zu verankern, müsse man - wie beim bereits stehenden Storchennest - eine drei mal fünf Meter große Fläche mit Beton ausgießen.

Der Verlust sei aber auch ärgerlich für die Senioreninitiative. Von Laar: „Es war unser Gedanke, mal ein zweites Storchennest aufzustellen, wenn das andere bezogen ist“, sagt von Laar. Man bräuchte den Mast zwar nicht morgen, „aber vielleicht schon im nächsten Jahr“.

Von Laar hofft nun, dass die Diebe das schlechte Gewissen plagt. „Dann können sie sich gern melden“, so das Mitglied der Senioreninitiative. Der Ärger ist freilich noch nicht ganz verschwunden. „Dass das so klammheimlich passiert ist, wurmt mich“, sagt von Laar. Dabei wäre man durchaus bereit gewesen, den Mast abzugeben. „Wenn uns jemand gefragt hätte, hätten wir versucht, noch einen neuen zu bekommen. Akuter Bedarf besteht ja gerade nicht.“ So aber geht die Suche nach dem Mast weiter.

Von Max Seidenfaden

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