Treffen zur Koordination der Hilfsangebote

38 Flüchtlinge:Unterkunft in Espenaus alter Grundschule bald voll besetzt

Viele Helfer: Etwa 30 Helfer trafen sich jetzt mit Marco Giambalvo, dem Leiter der Espenauer Flüchtlingsunterkunft (Zweiter von rechts), um über mögliche Angebote zu sprechen und ihren ehrenamtlichen Einsatz zu koordinieren. Mit dabei war auch Espenaus Bürgermeister Carsten Strzoda (Dritter von rechts). Auf dem Bild ist ein Teil der Helfer in Innenhof der Unterkunft zu sehen. Foto: Schilling

Espenau. Es ist wieder Leben eingekehrt in die alte Grundschule in Hohenkirchen. 38 Flüchtlinge, darunter überwiegend Familien mit Kindern, haben dort eine Unterkunft gefunden.

In der kommenden Woche werden voraussichtlich alle 45 Plätze der Einrichtung des Landkreises Kassel belegt sein. Das teilte der Leiter der Flüchtlingsunterkunft, Marco Giambalvo, am Donnerstagnachmittag bei einem Treffen ehrenamtlicher Helfern mit.

„Wir haben viele Anfragen von Menschen, die den Bewohnern helfen und sich einbringen wollen. Das läuft hier in Espenau sehr gut“, sagte Giambalvo. Um all die Hilfsangebote abzustimmen, Ideen zu sammeln und Fragen zu klären, hatte er zu einem ersten Treffen eingeladen. „In jeder Unterkunft des Landkreises gibt es regelmäßig solche Treffen, um die Hilfe zu koordinieren“, erklärte HaJo Ullrich, der beim Landkreis für die Unterbringung der Flüchtlinge und die Verteilung auf die verschiedenen Einrichtungen zuständig ist.

Etwa 30 Menschen waren der Einladung gefolgt. Einige von ihnen haben bereits Kontakt zu den Asylsuchenden aufgenommen und die Familien besucht. Andere wollten erst einmal wissen, in welchen Bereichen Hilfe gebraucht wird. Viele der Besucher hatten auch eigene Ideen mitgebracht, von der Einrichtung einer Fahrradwerkstatt über das Anlegen von Kräuter- und Gemüsebeeten bis hin zur Hausaufgabenbetreuung, Workshops zu verschiedenen Themen und handwerklichen Hilfseinsätzen.

Ausführlich ging Giambalvo darauf ein, was Helfer beachten müssen, die Flüchtlinge zum Arzt begleiten; da für jede Untersuchung bestimmte Unterlagen vorliegen müssen. Auch die Arztpraxen in Espenau und den Nachbargemeinden werden noch mit Hilfe eines Merkblattes informiert.

Ein wichtiges Thema war zudem die Vermittlung der deutschen Sprache, ob in Form eines Kursangebotes oder durch das Lernen in alltäglichen Situationen. „Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, zum Beispiel mal drei oder vier Kinder zu nehmen und mit ihnen einkaufen zu gehen. Über solche alltäglichen Sachen lernen sie viele Begriffe. Aber das erfordert auch Geduld“, sagte Ullrich und warnte davor, mit zu hohen Ansprüchen an die Sache heranzugehen.

Demnächst soll ein Wochenplan mit Angeboten für die Bewohner erstellt werden, die möglichst allen Familien offen stehen“, betonte Giambalvo. Schwieriger sei es mit Patenschaften für einzelne Familien. Das sei grundsätzlich zwar eine gute Idee, funktioniere aber nur, wenn es für jede Familie einen Paten gäbe. „Wenn die einen Flüchtlinge dann weniger Hilfe bekommen als andere, kann das auch schnell zu Unruhe führen“, erklärte er. Die gibt es derzeit nicht in der Unterkunft. „Hier ist es wirklich ruhig. Mit den Bewohnern haben wir keine Probleme“, sagte Giambalvo. Laut Ullrich kommen die Flüchtlinge in Espenau unter anderem aus dem Kosovo, Albanien, Afghanistan und dem Iran.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.