Haarschnitt in der Garage

Vor 50 Jahren eröffnete Frisörsalon Acker in Espenau

50 Jahre Frisörsalon: (von links) Nicole Acker, Schwiegertochter von Helmut Acker, betreibt mit ihrem Mann Dietmar den Laden in Espenau. Das kleine Bild zeigt eine Übersicht aus dem Jahr 1968, womit damals Geld verdient wurde: Mit dem Haareschneiden bei Männern, Frauen und dem Verkauf von heutigen Drogerieartikeln. Foto: Wüstefeld

Espenau. Angefangen hat alles in einer Garage: Vor 50 Jahren hat Helmut Acker das gleichnamige Frisörgeschäft auf viermal Acht Metern eröffnet.

Seitdem ist das Geschäft um einiges gewachsen, seit bereits 46 Jahren gibt es eigene Räumlichkeiten in der Triftstraße. „Der Garage hat man aber nicht mehr angemerkt, dass sie eigentlich als solche gedacht war“, erinnert sich Helmut Acker und lächelt. Damals hatte er aber kein Geld für andere Räumlichkeiten, „ich hatte keinen Pfennig“. Und so wurde mithilfe eines Kredites der Innung die Garage erworben. Mit dem dort verdienten Geld hat sich der heute 81-Jährige dann ein Haus mit nebenstehendem Salon gebaut - der seit 1999 seinem Sohn Dietmar und dessen Frau Nicole gehört.

Umschulung mit 25 

„Eigentlich wollte ich in den kaufmännischen Bereich“, erzählt Dietmar Acker. Doch bei dem Umbau des Friseursalons in Calden, der ebenfalls dem Papa gehörte und der heute von Dietmars älteren Bruder betrieben wird, habe er es sich anders überlegt: „Ich habe umgeschult, mit 25.“ Den Schritt bereut habe er bisher nicht, auch wenn er und seine 45-jährige Frau über den Lauf der Jahre einige Veränderungen festgestellt haben: „Der Verkauf spielt heute zum Beispiel kaum noch eine Rolle“, sagt Nicole Acker. Viele der Produkte, die früher noch beim Friseur gekauft worden, werden heute in einem Drogeriemarkt besorgt - „früher konnte man hier sogar Toilettenpapier kaufen“, weiß Senior Helmut Acker zu berichten.

Er musste früher allerdings auch schonmal am Sonntag arbeiten, wenn „der Nachbar an der Tür geklopft und gesagt hat, ich solle mal endlich aufstehen“. Das ist heute nicht mehr der Fall, die Kunden „wissen ja, wann wir da sind“, sagt Dietmar Acker.

Die Männer bräuchten auch keinen Termin, „die meisten wollen ihr Haar nur geschnitten haben“. Was gar nicht mehr gefragt ist: Dauerwelle. „Früher trugen die Männer das“, sagt der 81-jährige Helmut Acker und lacht, „und Strähnchen wollten sie alle haben“. Letzteres komme wieder, sagt sein Sohn Dietmar. „Die Männer legen mehr Wert auf ihr Äußeres, dazu zählen natürlich auch die Haare“, begründet Dietmars Frau Nicole den Wandel.

Sie schätzt vor allem das familiäre Verhältnis zu ihren Kunden: „Wir wissen viel über sie, die wissen aber auch viel über uns“, sagt sie und weiß, dass ein Vertrauensverhältnis zwischen ihr und ihren Kunden wichtig ist.

Und auch das zu ihrem Mann: „Ich schneide ihm immerhin die Haare, er muss mir da vertrauen.“ sagt sie und lacht.

Von Constanze Wüstefeld

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