„Lieber dusche ich kalt“

Tagelang kein Warmwasser in Espenau - Viele Bewohner nehmen es mit Humor

Wollen die Dusche nicht eintauschen: Sümeyra Erdogan (von links), Maria Zanko und Birgit Klima aus Espenau möchten nicht im Container duschen.

Espenau. Duschen im Container? Für die meisten dürfte das eine merkwürdige Vorstellung sein. Für einige Espenauer wird das in ein paar Tagen jedoch bitterer Ernst. Wir sprachen mit ihnen über die ungewöhnliche Situation.

Wegen Bauarbeiten an der Fernwärmeversorgung stellt die EAM EnergiePlus, eine Tochterfirma des Strom- und Gasversorgers EAM, einigen Bewohnern in Espenau das warme Wasser ab - im schlimmsten Fall sogar ganze fünf Tage lang (HNA berichtete).

Damit Anwohner trotzdem nicht auf eine warme Dusche verzichten müssen, wartet auf dem Parkplatz an der Sporthalle in der Goethestraße ein Duschcontainer.

„Den werde ich sicherlich nicht nutzen“, sagt Susanne Hohlbein, der die Warmwasserzufuhr voraussichtlich für drei Tage gekappt wird. Für die Arbeiten zeigt sie aber vollstes Verständnis. „Wir wurden ja schon im Juli darauf aufmerksam gemacht. Jeder hat einen Bekannten, dessen Dusche er mal nutzen kann.“

Beschwerlich könne die Situation aber für alte Menschen und Familien mit Kleinkindern werden, meint sie.

Duschen im Container kommt auch für Artur Missal nicht in Frage. „Ich glaube nicht, dass das Angebot viele nutzen werden.“ Dass die Warmwasserzufuhr über mehrere Tage gekappt wird, stört den Espenauer aber nicht. „Wir sind ja auch früher mal ohne warmes Wasser ausgekommen, dann wird das heute auch nicht zum großen Problem werden.“

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Beim Gedanken daran, dem Nachbarn nackt im Duschcontainer zu begegnen, muss Birgit Klima lachen. „Ich werde sicherlich nicht mit Handtuch und in Badeschuhen durch den Ort laufen.“ Man müsse die Situation mit Humor nehmen und das beste daraus machen. Ginge es nach ihr, gäbe es keine Duschcontainer. „Warum verteilt man nicht lieber Gutscheine für die Schwimmbäder hier? Dort zu duschen wäre viel angenehmer.“

Genau wie Birgit Klima hat auch Maria Zanko mit Entsetzen den Brief gelesen, in dem die Bewohner von der EAM auf die anstehenden Bauarbeiten hingewiesen wurden. „Mir ist wirklich ein bisschen flau im Magen, wenn ich an die bevorstehende Zeit denke.“ Gleich fünf Tage lang ohne warmes Wasser, kann sie sich gar nicht vorstellen. „Das erinnert ja fast an Kriegszustände.“ Den Duschcontainer will sie sich aber auf jeden Fall ansehen. „Ob ich da duschen, entscheide ich dann.“

Für ihre Nachbarin Sümeyra Erdogan steht hingegen fest: „Bevor ich im Container dusche, stehe ich lieber unter kaltem Wasser.“

Von Carolin Hartung

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