„Die Harmonie ist schon fast gruselig“

Keine Diskussionen zum Haushalt in Espenau

Espenau. So viel Einigkeit gab es wohl selten. Diskussionen zum Haushalt gab es am Montagabend in der Gemeindevertretersitzung in Espenau keine.

Dafür aber viel Lob für die Verwaltung und den Bürgermeister.

Einstimmig verabschiedeten die Gemeindevertreter den Haushaltsplan 2018 sowie das Investitionsprogramm der Gemeinde Espenau für die Haushaltsjahre 2017 bis 2021. „Ich weiß nicht, ob ich mich daran erinnern kann, dass wir je einstimmig einen Haushalt verabschiedet haben“, sagte der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Wilfried Reh (FWG), am Ende der Sitzung.

Zwar wird die Gemeinde im Vergleich zum Haushaltsjahr 2017 voraussichtlich 4000 Euro weniger an Überschuss in der Kasse haben, aber die Zahlen bleiben schwarz. Die Gemeinde rechnet für das Haushaltsjahr 2018 mit einem leichten Plus von 21 200 Euro in der Kasse. „Das ist zwar nur ein geringer Überschuss, aber dieser Haushalt bringt Espenau weiter voran“, sagte Bürgermeister Carsten Strzoda.

Der Haushalt könne sich auch deshalb sehen lassen, da das kleine Plus in der Kasse trotz rückläufiger Einnahmen ohne eine Steuer- und Abgabenerhöhung zustande komme. „Darauf können wir durchaus stolz sein“, sagte Strzoda. Die Einnahmen sind deshalb rückläufig, da die Gemeinde die Abwassergebühren rückwirkend zum 1. Januar 2017 gesenkt hat. Das sind zwar gute Nachrichten für die Bürger, schlägt sich jedoch negativ im Haushalt der Gemeinde nieder.

Rückläufige Einnahmen

Trotz der rückläufigen Einnahmen will die Verwaltung in diesem Jahr auch wieder in die Infrastruktur der Gemeinde investieren, unter anderem in neue Gehwege und den Ausbau der Radwege.

Theo Grimm, Vorsitzender der Grünen Liste Espenau, lobte diese Investitionen. Auch die Erneuerung des Abwassersystems sei sehr sinnvoll. „Das zeigt deutlich, dass hier längerfristige Überlegungen eine Rolle spielen.“

Lob kam auch von den anderen Fraktionen. Vor allem die konstruktive Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss wurde positiv herausgehoben, zum Beispiel vom Fraktionsvorsitzenden der SPD, Volker Knebes. „Ich freue mich, dass wir eine vernünftige gemeinsame Politik erreicht haben“, sagte er.

Zustimmung kam auch von der CDU. „Ich war sehr angenehm überrascht, wie gut die Verwaltung alles vorbereitet hatte“, sagte Thorsten Wiemers, Fraktionsvorsitzender der CDU. Susanne Baberuxki, Fraktionsvorsitzende der FWG dankte der Verwaltung für die gute Zusammenarbeit. „Was ich zu schätzen weiß ist, dass man auf dem kleinen Dienstweg Fragen schnell und unkompliziert beantwortet bekommt.“

So viel Eintracht untereinander konnte so mancher im Raum wohl selber nicht glauben. „Die Harmonie ist schon fast gruselig“, raunte einer nach der Abstimmung – unter viel Gelächter – aus den Reihen der Gemeindevertreter.

Rubriklistenbild: © dpa

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