Aktion „5000 Brote“

Konfirmanden aus Espenau standen in der Backstube

Packt an: Pilar (14) schiebt die Platte mit dem Teig in die Brötchenpresse. Raus kommen gleich große Teigstückchen, aus denen die Brötchen gemacht werden. Das obere Bild zeigt Jan und Leon (von links, beide 14), die den fertigen Brotteig aus der Knetmaschine holen. Fotos: Uminski

Espenau. Während die meisten Menschen Sonntagmorgen um sechs Uhr schlafen, arbeiten elf Konfirmanden in der Bäckerei Waldeck´s Backstube, um Brote für die Aktion „5000 Brote" zu backen.

Ein Großteil der Gruppe knetet konzentriert den Brotteig mit ihren Händen zu runden Formen. Gleichzeitig wiegen andere auf einer Waage die Teigmenge ab. Nicht mehr als 850 Gramm dürfen die Teigstücke wiegen. Am Ende entstehen aus 130 Kilogramm Teig 150 Brote. Vor und nach dem ökumenischen Gottesdienst wurden die Brote gegen eine Spende verkauft. Der Erlös geht an „Brot für die Welt“.

„Die Idee ist, den jungen Menschen zu zeigen, wie Brot gebacken wird.“

Das frühe Aufstehen am Sonntagmorgen fiel den Konfirmanden sichtlich nicht leicht. Mit sauberen Händen, Schiffchen auf dem Kopf und Schürzen um die Hüften machten sich die Schüler an die Arbeit. Das Kneten und Formen des Teigs machte die Konfirmanden aber schnell munter. Neben dem Brot stellten sie auch Brötchen her. „Die Idee ist, den jungen Menschen zu zeigen, wie Brot gebacken wird“, sagt Bäckermeister Jürgen Waldeck. Das Rezept des Roggenmischbrotes basiert auf einem alten Rezept, das der Bäckermeister von seinem Großvater übernommen hat. Neben Roggen- und Weizenmehl werden dem Teig nur Salz, Wasser, Hefe und Sauerteig zugesetzt.

Nach drei Stunden hielten die Schüler die fertigen Brote in den Händen. „Das frühe Aufstehen war nicht so gut, aber ich fand es toll, dass ich die Platten in die Brötchenpresse schieben konnte“, sagt der 14-jährige Tim. Störend empfand Henry den klebrigen Teig an den Händen. „Ich weiß jetzt aber, wie man Brot herstellt und kenne die Abläufe“, betont der 13-Jährige. Spaß beim Kneten hatte hingegen Laura. „Das hat sich lustig an den Händen angefühlt“, sagt die 14-Jährige. Viel Neues hat Pilar an der Brötchenpresse gelernt. „Das war heute sehr spannend, weil ich jetzt weiß, wie man Brot und Brötchen herstellt, die wir jeden Tag essen“, sagt die 14-Jährige.

Tieferer Hintergrund

Für Pfarrer Holger Hermann hat das Brotbacken einen tieferen Hintergrund. „Ich hoffe, dass durch diese Aktion die theoretische Behandlung des Themas hängen bleibt.“ Die Konfirmanden haben sich im Unterricht mit dem Abendmahl und der Symbolbedeutung von Brot beschäftigt. „Es geht auch um den diakonischen Aspekt, dass sich die Jugendlichen für andere Menschen engagieren“, so Hermann.

In dem Zeitraum vom Erntedankfest bis zum ersten Advent backen Konfirmanden aller Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Brote. Der Erlös wird an Kinder- und Jugendbildungsprojekte in Bogotá (Kolumbien/Lateinamerika), Dhaka (Bangladesch/Asien) und Kumasi (Ghana/Afrika) gespendet. Diese Projekte gehören zu „Brot für die Welt“ und unterstützen Kinder und Jugendliche in einer handwerklichen Ausbildung.

Von Johanna Uminski

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