Besonders wichtig ist der Brandschutz

Kreis sucht täglich Unterkünfte für Flüchtlinge

Wieder nutzen: Die Eigentümer der ehemalige Grundschule in Espenau-Mönchehof haben aus den Medien erfahren, dass im Raum Calden und Espenau Bedarf für die Unterbringung von Asylbewerbern besteht, und ihr Gebäude angeboten.

Espenau. 2009 hatte der Kreis die ehemalige Grundschule Espenau verkauft. Nun wird geprüft, ob das leer stehende Gebäude als Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber geeignet ist.

In der ehemaligen Grundschule könnte folglich schon bald eine Gemeinschaftsunterkunft entstehen.

„Der Eigentümer des Gebäudes hat uns die Liegenschaft angeboten“, erklärte Kreissprecher Harald Kühlborn und ergänzt: „Wir erhalten täglich Angebote und sind auch täglich unterwegs, um neue Liegenschaften zu finden.“ Der Kreis nutze dazu alle möglichen Kanäle, frage bei Gemeinden an und beobachte die Angebote auf dem Immobilienmarkt.

Kriterien für Unterkünfte

Bei der Suche nach einer geeigneten Liegenschaft prüft der Landfkreis zunächst einen ganzen Katalog an Kriterien. „Die Unterkunft muss eine gewisse Größe haben - 15 bis 20 Menschen sollten schon untergebracht werden können“, sagt Kühlborn. Geeignet seien vor allem Jugendherbergen, Selbstversorgerheime und Hotels sowie Schulen und Verwaltungsgebäude, weil diese schnell umfunktioniert werden könnten. Besonders wichtig sei zudem der Brandschutz - an dem manche Angebote bereits scheitern würden, weil es beispielsweise keine Fluchtwege gibt. Ebenfalls wichtig seien Elektrik und Heizung sowie genügend sanitäre Anlagen. „Wir schauen, wie die Infrastruktur und der Bauzustand der Gebäude sind - wir brauchen einen vertretbaren Aufwand“, erklärt der Kreissprecher.

Finanzierung der Gebäude

Der Landkreis Kassel mietet die Gebäude an. Eigentümer können zwischen zwei Modellen wählen: „Entweder bauen wir die Gebäude um und verrechnen die Kosten mit der Miete, oder der Eigentümer investiert in den Umbau und schlägt die Kosten auf die Miete auf“, erklärt Kühlborn. Nachdem alle Kriterien geprüft worden seien, nehme der Kreis laut Kühlborn Gespräche mit der Gemeinde und den Menschen vor Ort auf.

Kosten für den Landkreis

Allein in diesem Jahr wird der Landkreis Kassel etwa 2000 Flüchtlinge aufnehmen. Die hohe Zahl von Asylbewerbern schlägt sich auch im Haushalt nieder. Aktuell rechnet der Kreis mit einem Defizit von 1,6 Millionen Euro in diesem Jahr - die anvisierte schwarze Null wird der Kreishaushalt laut Kühlborn nicht erreichen. „Das Land zahlt aktuell 601,46 Euro im Monat als Pauschale. Die Betreuung und Unterbringung inklusive der Kosten für die Anmietung und Ausstattung der Gemeinschaftsunterkünfte und der Kosten für die Gesundheitsversorgung liegen bei rund 870 Euro pro Monat pro Flüchtling.“ Für die 2000 Flüchtlinge muss der Kreis folglich mindestens 4,8 Millionen Euro pro Jahr aus eigener Tasche zahlen.

Ausgaben im Vergleich

Mit 870 Euro pro Flüchtling im Monat liegt der Landkreis Kassel hessenweit im unteren Drittel: „In Frankfurt kostet ein Flüchtling im Schnitt 1250 Euro, im Bundesdurchschnitt liegen die Kosten bei 1000 Euro“, sagt Kühlborn.

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