HNA-Aufruf war erfolgreich

Reservisten geben verwahrlostem Grab in Espenau würdevolles Aussehen zurück

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Frisch geputzt: Die Reservistenkameradschaft Kassel lässt mit ihrem Einsatz das Grab von Richard Krause wieder gut aussehen.

Lange war es verwildert und sollte deshalb eingeebnet werden, jetzt sieht es wieder schön aus. Das Grab des Rittmeisters Richard Krause wird ab jetzt von der Reservistenkameradschaft Kassel gepflegt. 

Löwenzahn und anderes Unkraut wucherte auf dem Grab von Richard Krause, die Blumen waren vertrocknet und das Grablicht erloschen. Die Ruhestätte des einstigen Rittmeisters schien vergessen. Die Gemeinde Espenau suchte gemeinsam mit der HNA nach Angehörigen, die die Pflege des Grabes übernehmen, da es sonst eingeebnet worden wäre. Auf unseren Aufruf hin wurde die Reservistenkameradschaft (RK) Kassel auf den Fall aufmerksam und beschloss zu helfen. Sie reinigten kürzlich in einem mehrstündigen Einsatz das Grab grundlegend und verliehen ihm wieder ein würdevolles Aussehen.

Auch in der Zukunft wird die RK Kassel unter dem Vorsitz von Valentino Lipardi die Pflege des Grabes übernehmen: „Zusammen mit meinen Kameraden haben wir sehr gerne diese Aufgabe übernommen und alle sind mit großem Eifer ans Werk gegangen.“ Im Frühjahr werden sie wiederkommen und das Grab für den Sommer vorbereiten. „Neben militärischer Aus- und Weiterbildung ist es uns als Reservisten ein Anliegen, unsere Arbeit auch in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen.“

Gemeinde dankbar

Die Gemeinde Espenau schätzt den Einsatz des Verbandes. Bürgermeister Carsten Strzoda sagt dazu: „Wir freuen uns, dass sich die Reservisten aus Kassel bei der Pflege des lange Zeit verwilderten Grabes eingebracht haben. Das Grab sieht jetzt wirklich schön aus und kann sich wieder gut sehen lassen.“

Wären die Reservisten nicht für die Pflege eingesprungen, hätte die Gemeinde Espenau das Grab in nächster Zeit abräumen, einebnen und einsähen lassen müssen. Damit Richard Krause weiter in Erinnerung bleibt, recherchierten die Reservisten sein Leben unter anderem im Bundesarchiv.

Demnach wurde Krause 1911 in Bad Saarow geboren. 1930 trat er in die damalige Reichswehr ein und durchlief verschiedene militärische Stationen und Einheiten. Sein letzter Rang war der eines Rittmeisters, was dem Rang eines Hauptmanns in berittener oder mit Pferden bespannter militärischer Formation entspricht. Nach dem zweiten Weltkrieg war er im Pferde- und Reitsport aktiv und organisierte unter anderen internationale Reitturniere. Nach 1945 betreute er in leitender Funktion Kriegsheimkehrer und Übersiedler im Lager Friedland. Zuletzt war er auf der Heide in Espenau wohnhaft, da er hier auch seine Pferde unterstellen konnte.

Die Reservistenkameradschaft Kassel ist eine der ältesten in Deutschland und mit rund 200 Mitgliedern eine der mitgliederstärksten in Hessen. Der Reservistenverband hat circa 115 000 Mitglieder. Sie engagieren sich häufig bei der Pflege von Kriegsgräberstätten im In- und Ausland.

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