Nachbarschaftshilfe Espenau feiert 20-jähriges Bestehen

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Ehrenamtlich aktiv: Marlu Schau ist - genau wie die anderen Freiwilligen der Nachbarschaftshilfe Espenau - viel unterwegs, um ältere und kranke Menschen in deren Alltag zu unterstützen.

Espenau. Am Sonntag feiert die Nachbarschaftshilfe Espenau im evangelischen Gemeindehaus in Hohenkirchen ihr 20-jähriges Bestehen.

Wenn Marlu Schau Besorgungen macht, hat sie nicht immer ihre eigene Einkaufsliste dabei, sondern oft die von fremden Menschen. Die 63-Jährige hat es sich zur Aufgabe gemacht, kranken, alten, alleinstehenden und behinderten Menschen bei alltäglichen Dingen zu helfen.

Marlu Schau engagiert sich seit zwei Jahrzehnten ehrenamtlich bei der Nachbarschaftshilfe Espenau und ist somit von Anfang an dabei.

Am Sonntag feiert die freiwillige Initiative im evangelischen Gemeindehaus in Hohenkirchen ihr 20-jähriges Bestehen. Neben einem Lichtbildervortrag und einer Darbietung der Siedlerfrauen Mönchehof wird Marlu Schau den Gästen von der Arbeit bei der Nachbarschaftshilfe berichten. Musikalisch begleitet der Musikzug Espenau den Nachmittag.

1994 hat alles begonnen

Angefangen hat alles im Frühjahr 1994, als Wilma Eckhardt dem damaligen Espenauer Bürgermeister Ehrhard Bunzenthal den Vorschlag machte, eine Gemeinschaft nach dem Vorbild der Diakonie ins Leben zu rufen, um Bedürftigen Hilfe anzubieten, wie zum Beispiel beim Einkaufen oder bei Arztbesuchen.

Mit dieser Initiative sollte es älteren Menschen ermöglicht werden, so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten fand im September 1995 ein Bürgergespräch statt, bei dem sich 20 Freiwillige bereit erklärten, das Projekt zu unterstützen. Neben Marlu Schau ist auch Gudrun Bauer von Anfang an mit dabei. Von den anderen Ehrenamtlichen haben sich einige wieder zurückgezogen und andere sind hinzugekommen.

Motto: „Miteinander leben“ 

Auch heute besteht die Espenauer Nachbarschaftshilfe, die unter dem Motto „Miteinander leben in Espenau“ arbeitet, aus 20 Freiwilligen. „Viele ältere Alleinstehende wollen auch einfach nur mal reden“, berichtet Schau und betont, wie wichtig dabei das Vertrauen zueinander sei. „Die Menschen müssen wissen, dass ihre Sorgen und Probleme ernst genommen und nicht weitererzählt werden“, sagt die 63-Jährige.

Das Angebot der Nachbarschaftshilfe richtet sich vor allem an ältere Menschen, ist kostenlos und funktioniert ohne Satzung und Mitgliedsbeiträge. „Wir finanzieren uns durch Spenden und unser eigenes Engagement“, erklärt Schau, die seit 2008 Sprecherin der Initiative ist. Nur für den Fahrdienst müsse man eine kleine Kostenpauschale berechnen, sagt sie.

Gemeinde unterstützt 

Neben den Hilfsangeboten organisiert die Nachbarschaftshilfe unter anderem auch Seniorentreffen, Kaffeefahrten und Adventsnachmittage, die immer großen Zuspruch finden. In den ganzen Jahren erfuhren die freiwilligen Helfer stets große Unterstützung durch die Gemeinde und den jeweiligen Bürgermeister als Schirmherrn. „Ich mag meine Tätigkeit sehr, weil Helfen Freude macht“, sagt Marlu Schau. Dennoch gibt es auch ein Thema, das ihr Sorgen bereitet. „Uns fehlt der Nachwuchs“, betont sie. Die Ehrenamtlichen seien alle zwischen 57 und 80 Jahren und würden selbst immer älter.

Menschen, die Lust hätten, eine neue sinnvolle Tätigkeit zu beginnen, seien bei der Nachbarschaftshilfe immer herzlich willkommen.

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