Bürgermeister will „Klima der Angst“ vermeiden

Espenau: Protest gegen Gestank und Lärm an Bahnhofstraße

Problem Müll: Anwohner klagen, dass die Abfallbehälter bei den Mietshäusern an der Bahnhofstraße oft nicht geschlossen würden. Das locke Tiere an. Fotos:  Dilling

Espenau. Bei vielen Nachbarn der Mietshäuser Bahnhofsstraße 39a bis 41 hat sich einiges an Wut und Frust aufgestaut. 

Am Mittwoch nutzten gut zwei Dutzend von ihnen die Einladung von Bürgermeister Carsten Strzoda zu einer Anwohnerversammlung im Bürgereck, um ihrem Ärger Luft zu machen. Es geht um herumliegenden Müll, Ungeziefer, Gestank, Lärm bis in die Nacht und sogar Entwendungen von benachbarten Grundstücken. Verantwortlich dafür machen die Anwohner dafür die Bewohner der Mietshäuser von Ali Basac: Der Vermieter räumte während der Versammlung Probleme ein und versprach, etwas zu unternehmen. Der Bürgermeister plant mit Basac eine Mieterversammlung, an der auch die Beschwerde führenden Anwohner teilnehmen können. Dazu werde noch eingeladen, sagte Strzoda.

Anderer Kulturkreis 

Während der - meistens in sachlichem Ton verlaufenden - Versammlung wurde deutlich, dass viele Probleme in dem Wohnquartier damit zu tun haben, dass die Mieter von Basac einem anderen Kulturkreis angehören und - zumindest die Erwachsenen - oft die deutsche Sprache nicht ausreichend beherrschen. Es gibt Verständigungsprobleme. Seine Mieter seien türkische und bulgarische Mitbürger, sagte Basac. Da gebe es Probleme, ihnen die deutschen Standards von Sauberkeit, Ordnung und des Umgangs miteinander zu vermitteln. Er habe schon mehrmals mit seinen Mietern trainiert, wie Müll ordentlich getrennt wird. Nun plane er, einen Müllplatz einzufrieden, kündigte der Eigentümer an.

Anwohnerprotest im Bürgereck: Zwei Dutzend Nachbarn der Basac-Mietshäuser machten ihrem Ärger bei der Versammlung Luft.

Zuvor hatte ein Anwohner, der wie andere seinen Namen nicht in der Zeitung sehenwill, berichtet Waschbären tummelten sich an den Abfallbehältern, auch Ratten seien schon gesichtet worden. „Ich komme mir vor, als wurde ich auf einer Müllkippe leben“, sagte ein Anderer. „Besucher sagen mir: Du wohnst ja ein Haus von dem Getto entfernt“, erzählte ein weiterer Nachbar.

Anwohner beschwerten sich außerdem über Lärm bis in die Nacht von schreienden Erwachsenen und Kindern. Sogar am Sonntagmittag habe einer der Mieter mit der Bohrmaschine gearbeitet, um eine Satellitenschüssel an der Hauswand anzubringen. Klage wurde auch über plötzlich auf dem Grundstück verschwundene Gegenstände geführt. „Man traut sich nicht, irgendetwas draußen liegen oder stehen zu lassen“, sagte ein Anwohner, der nicht genannt werden wollte.

Die beiden von der Gemeinde eingeladenen Polizeibeamten rieten zur Mäßigung. Eine erhöhte Diebstahlshäufigkeit sei ihnen nicht bekannt, auch anderswo kämen derartige Entwendungen vor. Sie empfahlen dem Vermieter, eine Hausordnung zu schreiben, die alle seine Mieter verstehen können. Die müsse Basac dann aber auch durchsetzen, meinte Strzoda.

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