Streit um Lärm scheint endlich beigelegt

Sozialarbeiter helfen bulgarischen und rumänischen Familien in Mönchehof

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Endlich kommt Bewegung in die Sache: Um die Bahnhofstraße 39a bis 41 in Mönchehof gab es jahrelang Streit. Spezialisierte Sozialarbeiter kümmern sich nun vor Ort um die Familien.

Espenau. Die gute Nachricht kam ganz zum Schluss. Jahrelang schien die Situation in der Bahnhofstraße 39a bis 41 in Mönchehof völlig festgefahren, aber jetzt ist endlich Bewegung in die Sache gekommen.

Das teilte Bürgermeister Carsten Strzoda am Montagabend am Ende der Gemeindevertretersitzung mit.

„Es ist gelungen, ein Espenauer Netzwerkprojekt zu initiieren“, sagt Strzoda. Ein Netzwerk zur Konfliktvermeidung und Unterstützung der Bewohner des Mietobjekts 39a bis 41. Dort leben hauptsächlich Rumänen und Bulgaren.

Eine Lösung gefunden

Das Projekt läuft seit dem 1. März, „und was ich in der kurzen Zeit darüber gehört habe, ist einfach nur super. Alle sind voll des Lobes“, sagt Strzoda. Seit Mitte 2015 hatten sich Anwohner der Bahnhofstraße immer wieder bei der Gemeinde und auch beim Landkreis Kassel über Lärm und Schmutz aus dem Wohnblock gegenüber des Bahnhofs beschwert.

Nach einer von der Gemeinde Espenau initiierten Anliegerversammlung im August 2015 hatte die Gemeindeverwaltung „mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln daran gearbeitet, eine Verbesserung der Situation zu erreichen“, sagt Espenaus Bürgermeister. Aber es dauerte dann noch über zwei Jahre, bis eine Lösung gefunden wurde.

Nach mehreren Gesprächen mit dem Eigentümer und Vermieter des Gebäudes an der Bahnhofstraße, Ali Basak, und Gesprächen mit den zuständigen Behörden, brachten die Gemeinde und der Landkreis Kassel im vergangenen Herbst alle relevanten Akteure an einen Tisch. Mit dabei: Das Polizeirevier Nord, die Grundschule Espenau, das Gesundheitsamt Region Kassel, Vertreter von Sportvereinen, Fachbereiche und Fachdienste des Landkreises sowie die Gemeinde Espenau.

Ein Ergebnis dieser Runde ist, dass „der Fachbereich Jugend des Landkreises zur Verbesserung der Zusammenarbeit mit den Familien aus Südosteuropa besonders spezialisierte Sozialarbeiter beauftragt hat“, sagt Vizelandrätin Susanne Selbert. Die haben bereits signalisiert, dass das Angebot von den Familien sehr gut angenommen würde, ergänzt Strzoda. Sprachliche Barrieren werden zum Beispiel durch eine Dolmetscherin überwunden. Mittlerweile umfasst das Netzwerk neben den Mitarbeitern der Interkulturellen Betreuung und Beratung Kassel (IBB), des Fachbereichs Jugend des Landkreises und der Gemeinde, die Schulsozialarbeit an der Grundschule Espenau, die Leitungen der Kindertagesstätten und auch Vertreter der Freiherr-vom-Stein-Schule in Immenhausen.

Schnittstelle und Mediator

Der IBB ist mit der Betreuung der Familien vor Ort betraut und arbeitet so als „Schnittstelle und Mediator zwischen den Familien und den Schulen und Behörden“, erklärt Strzoda. Bei ihnen laufen alle Informationen zusammen und sie können vor Ort schnell und pragmatisch reagieren, wenn es Probleme gibt und auch präventiv eingreifen. „Sie können Dinge auf dem kurzen Wege lösen und ansonsten die richtigen Stellen informieren“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn.

Bürgermeister Carsten Strzoda weiß auch, dass die Probleme nicht von heute auf morgen zu lösen sind. „Aber das Espenauer Netzwerkprojekt ist nur der erste Schritt und der einzig wahre Schritt in die richtige Richtung.“

Interkulturelle Betreuung und Beratung

Der gemeinnützige, interkulturelle Träger "Interkulturelle Betreuung Beratung" (IBB) wurde 2017 gegründet und ist hauptsächlich in der ambulanten Kinder- und Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe in Kassel tätig. IBB bietet Unterstützung und Beratung von Kindern, Jugendlichen und deren Familien an. Arbeitsschwerpunkte sind Familien mit Migrationshintergrund, die beim Integrationsprozess auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Den Familien wird Hilfe und Unterstützung bei der Bewältigung von Krisen und Erziehungsschwierigkeiten angeboten. Der Landkreis Kassel und die Gemeinde Espenau haben den IBB mit der Betreuung der Familien in der Bahnhofstraße 39a bis 41 beauftragt, weil sie als Träger große Erfahrung mit Familien mit Migrationshintergrund haben, wie Kreissprecher Harald Kühlborn erklärt. Quelle: IBB

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