Täter wurde mutmaßlich selbst Opfer schwerer Gewalt

Espenauer Tierschänder: Verfahren wurde eingestellt

Espenau. Die Staatsanwaltschaft Kassel hat das Verfahren gegen den mutmaßlichen Pferdeschänder aus Espenau-Hohenkirchen eingestellt.

Wie Staatsanwalt Dr. Götz Wied mitteilt, konnte im Zuge der Ermittlungen kein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz festgestellt werden. „Fakt ist, dass es eine Videoaufzeichnung vom Tathergang am 28. März auf dem Hof eines Pferdezüchters in Hohenkirchen gibt“, sagt Wied. Der Film zeige auch das Penetrieren der Stute mit der Hand.

Jedoch ließe sich aus den Aufnahmen keine Straftat im Sinne des Tierschutzgesetzes erkennen. „Strafbar ist, wenn einem Tier länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt werden“, sagt Wied. Dass aber bilde das Video nicht ab. Auch sei nicht eindeutig feststellbar, ob die nach der Tat festgestellten Verletzungen an der Vagina des Pferdes ursächlich auf den sexuellen Übergriff zurückzuführen seien.

Die Staatsanwaltschaft wird den Fall nun der zuständigen Ordnungsbehörde weiterleiten. „Denn auch wenn strafrechtlich nichts vorliegt, muss im Sinne des Tierschutzes immer noch von einer Ordnungswidrigkeit ausgegangen werden“, sagt Wied. Denn die „Nutzung eines Tieres für eigene sexuelle Handlungen“ stelle immerhin noch eine Ordnungswidrigkeit dar.

So muss der mutmaßliche Pferdeschänder nun möglicherweise mit einem Bußgeld rechnen. Nach HNA-Informationen handelt es sich bei dem Mann um eben jenen 51-Jährigen aus Espenau-Hohenkirchen, der etwa zehn Wochen nach dem sexuellen Übergriff auf die Stute von einem 29-jährigen Mann aus Espenau am 11. Juni niedergeschlagen worden ist. Seither ist der 51-Jährige nicht vernehmungsfähig - er liegt mit schweren Verletzungen im Koma. „Sein Zustand ist weiterhin kritisch“, erklärt Wied.

Fall von Selbstjustiz bislang nicht ausgeschlossen

Ob es sich bei dem gewalttätigen Übergriff am 11. Juni möglicherweise um einen Akt der Selbstjustiz handelt und ob überhaupt ein Zusammenhang zwischen dem sexuellen Übergriff auf das Pferd und dem nächtlichen Angriff am 11. Juni herzustellen ist, will die Staatsanwaltschaft weder bestätigen noch kommentieren. Tatsache ist lediglich, dass der 29-Jährige seit seiner Verhaftung am 21. August in U-Haft sitzt und unter dem dringenden Tatverdacht der versuchten Tötung steht.

Bislang habe der Mann lediglich zugegeben, den 51-Jährigen getroffen und niedergeschlagen zu haben, sagt Wied. Über seine Motive und Hintergründe sowie den genauen Tathergang schweige sich der 29-Jährige bislang aus. „Da gibt es noch nichts Neues.“  

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Rubriklistenbild: © Dpa

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