Polizei ermittelt wegen Verstoß gegen Tierschutzgesetz

Blut im Stall: Mann verging sich auf Espenauer Hof an Pferden

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Andrea Kröger zeigt Blut an der Stalltür, das der Täter vermutlich aufgrund einer Verletzung durch den Tritt eines der Tiere verloren haben könnte.

Espenau. Erschütterung in Hohenkirchen: Offensichtlich ein Tierschänder wurde per Videokamera zufällig bei seinem Treiben gefilmt.

Tatort ist ein Stall des Bauernhofes von Pferdezüchter Heiko Missal und seiner Lebensgefährtin Andrea Kröger in der Immenhäuser Straße in Hohenkirchen.

Nach einer Anzeige ermittelt die Polizei jetzt wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und Hausfriedensbruchs, bestätigte Polizeioberkommissar Frank Kramer. „Wir haben einen Beschuldigten“, sagte er auf Anfrage unserer Zeitung. Der soll nach HNA-Informationen 41 Jahre alt sein und aus Hohenkirchen stammen. Während der Tat soll er betrunken gewesen sein. Auf den Videoaufnahmen habe er geschwankt, sagten gestern die Betreiber des Hofes.

Aktualisiert um 18.25 Uhr

Nach ersten Erkenntnissen hat sich auf dem Hof Folgendes abgespielt: Aus Platzgründen war eine rossige Stute in der Fohlbox untergebracht, in der eine Videokamera zur Beobachtung von trächtigen Tieren montiert war. Auf dem Film entdeckten die Züchter dann einen Mann, der sich an der Stute verging und sich dabei selbst befriedigte. Zuvor hatte eine Reitschülerin den Mann aus dem Stall laufen sehen. Der hatte offensichtlich seine Jacke liegen gelassen und wollte diese noch abholen. Das Ganze hat sich laut Polizei am vergangenen Samstagabend abgespielt.

„Der hat sich eine Dreiviertelstunde an dem Tier vergriffen und es vaginal verletzt“, sagte gestern Andrea Kröger. Deswegen musste die Stute tierärztlich behandelt werden. Alle anderen Pferde auf dem Hof seien dazu völlig verstört, sagt Züchter Missal.

In einem anderen Stall, in dem zwei Wallache und zwei Stuten untergebracht waren, entdeckten die Züchter Blutspuren.

Nach Auskunft von Andrea Kröger habe der Mann schon seit Längerem in der Umgebung sein Unwesen getrieben. „Seit Jahren läuft der schon hier rum“, erzählt Andrea Kröger. Anscheinend hat man ihn aber nie auf frischer Tat ertappt.

Dabei nimmt der mutmaßliche Täter laut Kröger durchaus das Risiko der Entdeckung in Kauf. Denn auf dem Hof sei in jüngster Zeit wegen eines Umzugs und Renovierungsarbeiten viel Betrieb gewesen. Das Video zeigt auch, wie sich der Mann im Stall hinter einem Futtertrog versteckte, als ein Auto auf den Hof fuhr. „Der hatte überhaupt keine Skrupel, erwischt zu werden“, sagte Andrea Kröger.

Da der mutmaßliche Täter im Ort schon länger bekannt war, hatten Züchter schon vor Jahren eine Whatsapp-Gruppe gegründet, um sich gegenseitig zu warnen, wenn der Mann wieder mal auf einer Weide gesehen wurde.

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