250.000 Euro Kosten – Brandschutz wichtig

40 Flüchtlinge nach Espenau: Alte Grundschule wird hergerichtet

Arbeiten laufen: Für 250 000 Euro richtet der Landkreis bis Mitte März die alte Grundschule für die Neuankömmlinge her. Foto: Schilling

Espenau. Premiere für den Espenauer Ortsteil Hohenkirchen: Zum ersten Mal werden im Ort Flüchtlinge untergebracht.

„Espenau startet bei null“, sagte gestern Kreispressesprecher Harald Kühlborn. Mitte März werden 40 von ihnen in die alte Grundschule in Hohenkirchen einziehen, die dem Landkreis gehört. 250 000 Euro werden deswegen in die Sanierung des Gebäudes investiert, die schon läuft. Unter anderem werden laut Kühlborn die großen Klassenräume durch Zwischenwände verkleinert, die Sanitäranlagen erneuert, Küchenbereiche geschaffen und die aktuellen Brandschutzvorgaben erfüllt. Denn der Kreis ist für die Unterbringung der Asylbewerber verantwortlich.

Aus welchen Ländern die Neuankömmlinge stammen werden, die nach Hohenkirchen kommen, konnte Kühlborn nicht sagen. Denn der Kreis erfahre in der Regel erst eine Woche vor Anreise der Flüchtlinge, woher sie stammen. Man versuche zwar immer, möglichst keine Flüchtlinge zusammen in eine Unterkunft zu geben, deren Länder sich zum Beispiel bekriegen. Aber das sei inzwischen durch den verstärkten Zustrom kaum mehr durchzuhalten, weiß der Kreispressesprecher. Denn jede Woche muss der Kreis aktuell 30 bis 35 neue Asylbewerber aufnehmen. Zurzeit leben im Landkreis - wenn man die Fluktuation berücksichtigt - rund 1000 Flüchtlinge.

Nach der Information der Gemeinde durch den Landkreis gab es laut Kühlborn auch schon eine Bürgerversammlung zu diesem Thema. Dort habe es zwar vereinzelt Vorbehalte gegeben, aber die Erfahrung zeige, dass diese schwinden, sobald die Flüchtlinge eingetroffen seien, sagte der Kreispressesprecher. Fest stehe auch schon, dass es für die Neuankömmlinge einen Unterstützerkreis - wie zum Beispiel im ehemaligen Hotel Rosengarten in Vellmar - geben werde.

Die alte Grundschule steht seit 2005 leer, nachdem der Neubau in Espenaus Neuer Mitte fertiggestellt worden war. Danach wurde sie noch zwei Jahre lang bis 2013 als Außenstelle der Brüder-Grimm-Schule in Hofgeismar genutzt, als dort die Umbauarbeiten liefen.

Espenaus Bürgermeister Carsten Strzoda (parteilos) sieht die Unterbringung gelassen: „Wir gehen positiv an die Sache ran.“ Integration sei ein „bilateraler Prozess“, um den sich beide Seiten bemühen sollten. Die Gemeinde werde für eine „Willkommenskultur“ sorgen. Vieles hänge auch davon ab, wie sich die Neuankömmlinge zusammensetzten. Ob es zum Beispiel Familien mit Kindern seien oder Singles. Auch über die Nationalitäten und Herkunftsländer sei der Gemeinde noch nichts bekannt.

Von Stefan Wewetzer

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