Aufschnitt ohne Konservierungsstoffe

Familie aus Espenau hat Wurst-Maschine erfunden

Espenau. Fertigprodukte können schmecken. Das fand Grazyna Mendel aus Polen, als sie vor 20 Jahren nach Deutschland kam. Heute isst sie nur noch selbst gemachten Aufschnitt.

Die Fertigprodukte haben Grazyna Szalkowska-Mendel vor mehr als 20 Jahren das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, als sie von Polen nach Deutschland kam. Saucen, abgepackter Salat und Aufschnitt - „das gab es damals in Polen alles nicht“.

Aufschnitt selbst machen: Grazyna Szalkowska-Mendel hat dafür eine Maschine erfunden. Das kleine Bild zeigt den erkalteten Block, von dem dünne Scheiben mithilft einer Brotmaschine abgeschnitten werden.  

Doch von einem auf den anderen Tag konnte die heute 52-Jährige nicht mehr in ein belegtes Brötchen mit Käse beißen, „ich habe geschmeckt, dass das Analogkäse war, kein echter“. Gleiches galt für Aufschnitt, in dem laut Szalkowska-Mendel mehr Konservierungsstoffe als Wurst enthalten sind. Um die nicht mehr essen zu müssen, hat die Mutter zweier Töchter ihre eigene Wurst-Maschine erfunden - „in die nichts weiter reinkommt als Fleisch und die Zutat, auf die wir gerade Lust haben“, sagt sie. Zwei Jahre lang hat sie an der Erfinfung getüftelt, hat in dieser Zeit einen Prototypen bauen lassen und anhand von diesem ihr Produkt verbessert. „Ich habe mir die Maschine auch patentieren lassen“, sagt die 52-Jährige.

In der Wurst verarbeitet werden könne sowohl Paprika, Pistazien oder Pfefferkörner. „Knoblauch hingegen mag ich nicht so gerne“, verrät Mann Maximilian. Seine Frau hingegen schon: „Mit der Maschine ist das kein Problem, in dem Behälter kann ich zwei verschiedene Sorten machen“, sagt Szalkowska-Mendel. Schwierig herzustellen ist die eigene Wurst nicht, sagt sie. Gekauft werden müsse lediglich das Fleisch, aus dem man den Aufschnitt haben möchte, die Gewürze sowie die Zutaten wie Paprika oder Pistazien, mit denen die Wurst verfeienrt werden soll. „Ich arbeite gerne mit Hähnchenfleisch“, verrät Grazyna Szalkowska-Mendel. Aber auch Roast Beef könne man verarbeiten, gefülltes Kraut herstellen.

Das und auch der selbst hergestellte Aufschnitt schmeckt ihr wesentlich besser als der, den sie nach ihrer Ankunft in Deutschland noch so gerne aus der Packung gegessen hat. Und gesünder ist er nach eigenen Angaben auch: „Mein Mann hat seitdem 20 Kilo abgenommen“, sagt die 52-Jährige.

So funktioniert die Maschine

Das gewürzte und - nach Belieben - mit zum Beispiel Paprika oder den Pistazien verfeinerte Fleisch wird in ein hohes Gefäß aus Edelstahl gefüllt, auf dessen Boden eine Platte liegt. An der sind gegenüberliegend zwei senkrechte Stäbe angebracht, „an denen ich die Platte und damit die darauf befindliche Wurst aus dem Behälter bekomme“, erklärt Grazyna Szalkowska-Mendel aus Espenau, die die Maschine erfunden hat.

Möchte man zwei Sorten gleichzeitig herstellen, fülle man von der einen Sorte etwas weniger in den Behälter, legt auf die Wurst eine weitere Platte und füllt den Rest mit der zweiten Sorte auf. „Bis zu 1,5 Kilogramm können so verarbeitet werden“, sagt Ehemann Maximilian Mendel.

Ist das Fleisch im Behälter, kommt dort anschließend eine weitere Platte drauf, auf die eine Feder kommt. „Die presst das Fleisch zusammen, die Gelatine verklebt das dann“, erklärt Grazyna Szalkowska-Mendel. Alles zusammen komme dann für mindestens 1 Stunde und 15 Minuten bei 85 Grad in ein Wasserbad, die Dauer hängt von der Fleischsorte ab. Anschließend kühlt es ab und wird über Nacht kaltgestellt. „Und schon ist der Aufschnitt fertig“, sagt Grazyna Szalkowska-Mendel.

Von Constanze Wüstefeld 

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