Einzelhändlern bekommen Zuschüsse

EU-Geld lässt Baunataler City aufblühen

+
Lehrstelle dank Finanzspritze aus Brüssel: Angelique Kunze unterstützt Bäckermeister Ralf Döhne (rechts) beim Verkauf des leckeren Backwerks und der Brote.

Baunatal. Der Austausch einer in die Jahre gekommenen Ladeneinrichtung, das Aufhübschen eines Schaufensters, zusätzliches Personal für den Verkauf oder ein weiterer Azubi: Das sind Investitionen, bei denen die Europäische Union, Einzelhändlern mit Zuschüssen großzügig unter die Arme greift.

Baunataler Geschäftsleute nehmen diese EU-Mittel aus dem Programm „Lokale Ökonomie“ besonders erfolgreich in Anspruch.

Seit 2007 habe die Stadt rund eine Million Euro ausgeschüttet, sagte Erste Stadträtin Silke Engler (SPD) auf HNA- Anfrage. 20 Prozent hat die Kommune als Eigenanteil aufgebracht. Mit dem Geld seien bisher Investitionen von 2,6 Millionen Euro angeschoben worden. „Das ist eine Erfolgsgeschichte“, meinte die Stadträtin. Es gebe Städte, die die Fördermöglichkeiten gar nicht vollständig ausschöpfen. Von den 53 Anträgen von Geschäftsleuten seien 42 bewilligt worden, teilte Engler mit. In der Förderperiode seien zehn Arbeitsplätze und sechs Lehrstellen durch diese EU-Zuschüsse zusätzlich geschaffen worden. Zwei weitere Antragsverfahren liefen bereits. Weitere Anfragen habe sie auf dem Tisch. Die Förderhöhe hat eine große Bandbreite, bewilligt wurden Beträge zwischen 700 und 100 000 Euro.

Angelique Kunze gehört zu denjenigen Arbeitssuchenden die von dem Programm profitiert haben. Sie lernt bei Bäcker Ralf Döhne im zweiten Jahr Bäckereiverkäuferin. Ihr Lehrgeld wird zu einem großen Teil mit den Mitteln aus Brüssel bezahlt. Döhne hat bereits zweimal erfolgreich einen Förderantrag gestellt. 2012 hat er davon den Umbau seines Hauptgeschäfts mitfinanziert. Dieses Jahr gab es Unterstützung für die Einrichtung seiner Filiale im „Haus der Begegnung“. So konnte er außer Kunze zwei weitere Azubis einstellen.

„Die Stadt Baunatal hat uns sehr gut über die Förderchancen informiert“, sagt Döhne. Auch das Fotostudio Orendt erhielt für die Ausbildung von zwei Lehrlingen einen Kostenzuschuss.

Die Stadtverordneten haben kürzlich grünes Licht für eine weitere Aufstockung der Mittel gegeben, weil das Land Hessen zur Stärkung des regionalen Wettbewerbs weitere 30 000 Euro in Aussicht gestellt hat. Auf diesen Betrag muss die Stadt 6000 Euro aus eigenen Mitteln drauflegen.

Von Peter Dilling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.