Optimistisch in die Zukunft

EU-Programm Leonardo Da Vinci vermittelt Italiener nach Deutschland

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Einblicke ins Arbeitsleben: Francesca Miglietta (vorne, von links), Marco Siciliano, Valeria di Martino und Sara Degli Angeli sind froh, drei Monate in Deutschland verbracht und das Arbeitsleben kennengelernt zu haben. Mit auf dem Bild (2. von links) ist Freia von Stockhausen zu sehen, die die jungen Ausländer betreute.

Kreis Kassel. Abgeschlossene Berufsausbildung und keinen Job? Für vier Italiener ist das noch lange kein Grund, Angst vor der Zukunft zu haben. Im Gegenteil:

Francesca Miglietta (28), Marco Siciliano (29), Valeria di Martino (29) und Sara Degli Angeli (26) sind froh, drei Monate in Deutschland verbracht und das Arbeitsleben kennengelernt zu haben.

Die jungen Italiener haben eine Berufsausbildung, jedoch keine Chancen auf dem italienischen Arbeitsmarkt gehabt. Das war einer der Hauptgründe, warum sie am EU-Mobilitätsprogramm Leonardo Da Vinci teilnahmen.

Francesca Miglietta hat in Italien Fremdsprachen für Unternehmen studiert. Einen Praktikumsplatz fand sie bei der Grimmheimat Nordhessen. Sie hat sich auf den Bereich Tourismus in Italien konzentriert.

„Es war interessant mitzuerleben, wie in Deutschland gearbeitet wird“, sagt sie. Vor allem aber hat es ihr in Kassel gut gefallen. „Die Option wiederzukommen besteht für mich in jedem Fall.“ Aber erst einmal freut sie sich auf ihre Familie und ihren Verlobten, der ihr in der Kasseler Martinskirche einen Heiratsantrag gemacht hat.

Harald Kühlborn ist überzeugt vom Leonardo-Da-Vinci-Programm: „Von den zwölf Praktikanten, die in Kassel waren, haben zwei einen festen Arbeitsplatz in Italien bekommen, zwei andere haben ein weiterführendes Studium aufgenommen und eine Praktikantin ist mittlerweile in Naumburg beschäftigt“, sagt der Pressesprecher des Landkreises Kassel.

Fünf Jahre lernte Marco Siciliano die deutsche Sprache in Italien. „Dort habe ich aber nur Grammatik gelernt. Zum ersten Mal habe ich in Deutschland deutsch gesprochen“, sagt er. Aus seinen theoretischen Sprachkenntnissen wurden innerhalb weniger Wochen praktische Fähigkeiten während seiner Arbeit in einer Verlagsgruppe. „Ich habe an Übersetzungen von alten italienischen Musik-Schriftstücken gearbeitet“, erklärt er. Eigentlich hat er ein Masterstudium in Betriebswirtschaftslehre mit Spezialisierung im Außenhandel absolviert.

Neue Freunde hat nun Valeria di Martino. Die Pharmazeutin arbeitete in einer Apotheke. „Außerdem habe ich mein erstes Vorstellungsgespräch gehabt“, sagt sie und lacht. Statt zu einem Vorstellungsgespräch für ein Praktikum rutschte die hübsche Italienerin unter die Bewerber für einen festen Arbeitsplatz. „Was dabei herauskommt, werden wir ja sehen.“

Über eine befristete Stelle im Naturpark Habichtswald freut sich Sara Degli Angeli. Die 26-Jährige plant schon ihren Rückflug im Frühling. „Das Arbeiten in Parks hat mir sehr gut gefallen.“ Sie liebt es, in der Natur und vor allem im Wald zu arbeiten. „Ich liebe meine Heimat. Aber ich verliere dort momentan nur meine Zeit. Ich will arbeiten und Erfahrungen sammeln.“

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