Haushaltslage zwingt Gemeinde zu Gebührenerhöhung

Kindergartenplätze in Schauenburg werden teurer

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Mehr Geld für gleichbleibende Leistung: Der Beitrag für einen Betreuungsplatz im Kindergarten steigt ab August rapide an. Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Schauenburg. Bis zu 84 Euro mehr im Monat müssen Eltern Schauenburger Kindergartenkinder künftig zahlen. Ab dem 1. August tritt die Entscheidung der Kommune in Kraft, dass das Betreuungsgeld angehoben wird. Der Grund ist ein Defizit im Haushalt, das durch Mehreinnahmen reduziert werden soll.

„Wir haben nicht genug Einnahmen, um unser Defizit abzudecken, deshalb müssen wir an allen Schrauben drehen“, sagte Bürgermeisterin Ursula Gimmler auf HNA-Nachfrage. Eine der Schrauben sind die fünf Kindergärten in Breitenbach, Elgershausen, Hoof und Martinhagen. Für sie alle wird der Beitrag angehoben.

So muss für ein Kind von über drei Jahren, statt wie bisher 100 Euro, ab August 120 Euro gezahlt werden. Eine Ganztagsbetreuung kostet entsprechend mehr – bis zu 223 Euro im Monat. Eine weitere Kostensteigerung ist für August 2016 geplant. Da soll sich der Beitrag für ein Kind über drei Jahre zwischen 150 Euro und 279 Euro bewegen.

Noch höher werden die Beiträge für Kinder unter drei Jahren. Gab es bisher keine gesonderte Staffelung der Preise nach Alter, kostet der Betreuungsplatz für ein U 3-Kind, statt der ursprünglichen 100 Euro, ab August 145 Euro.

Auch hier richtet sich die Aufstockung des Beitrags nach der Betreuungszeit: So kostet ein Kind unter drei Jahren, wenn es von 7 bis 17 Uhr betreut wird, 270 Euro im Monat. „Ein U 3-Kind braucht mehr Personal“, begründet Gimmler diesen Preis. Und der ist für 2016 auf 337 Euro angesetzt.

Die Reduzierung des Nachmittagsangebotes ist ein weiterer Schluss aus den Konsolidierungsmaßnahmen – im Falle der Kindertagesstätte Martinhagen wird es ab Sommer 2014 keine Betreuung nach 14 Uhr mehr geben. Grund dafür sei das unausgeglichene Verhältnis von Betreuungsangebot und Nachfrage, so Gimmler. „Die Personalkosten sind zu hoch, wenn nachmittags nur drei bis vier Kinder angemeldet sind“, sagt Gimmler. Eltern, die auf Nachmittagsbetreuung ihrer Kinder angewiesen sind, müssen diese nun in den Kitas der Nachbarorte unterbringen. „Wenn sie von 4,3 Millionen Einkommenssteuer 5,6 Millionen Umlagen aus dem Bereich Soziales an den Landkreis abtreten müssen, fordert das die Gemeinden heraus.“ Wenn auch Bemühungen, an der vermeintlich richtigen Stelle zu sparen, erkennbar sind, so stieß die Entscheidung, die Betreuungskosten für Kindergartenkinder zu erhöhen, auf Widerstand.

Eltern zeigten vereinzelt heftige Reaktionen – abgemeldet haben sie ihre Kinder aber nicht. „Die Haushaltsdefizite sind ein Los, das wir mit vielen Kommunen teilen“, erklärt Gimmler. Trotz Einsparungen und Mehreinnahmen bleibe ein Loch von 800 000 Euro. Schauenburgs Bürgermeisterin blickt hoffnungsvoll in die Zukunft: „Wir hoffen auf eine Erhöhung der Landesmittel, damit wir die Erhöhung 2016 vermeiden können.

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