Landkreis startete wieder Kunstprojekt – Sechs Künstler gestalten ihre Werke live vor Publikum

Ein bisschen wie die documenta

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Rau: Aus Materialien toter Tiere - wie hier mit der Haut von Kühen - gestaltet die Italienerin ihre Kunstwerke.

Kreis Kassel. Ein weißes Zelt auf der Wiese, internationale Künstler und viele spannende Kunstprojekte - die Atmosphäre bei der Pressekonferenz zum Auftakt des European Art Camps Plus (Euarca +) auf dem Gelände des Waldhotels Schäferberg erweckte Assoziationen.

„Die heutige Veranstaltung ist ein bisschen wie die documenta“, bestätigte denn auch Kreispressesprecher Harald Kühlborn, als er die sechs Künstler aus fünf Ländern vorstellte. „Ab sofort werden sich diese zwei Wochen lang kreativ mit dem Thema Macht und Verantwortung beschäftigen.“

Das große, weiße Zelt im Eingangsbereich zum Waldhotel hat sich der amerikanische Künstler Michael Velliquette aus Wisconsin zu diesem Zweck errichtet. Im Zeltinneren soll eine drei Meter hohe Skulptur mit dem Titel Power Structure entstehen. Bunt und mit vielen verschiedenen Materialien versehen, symbolisiert diese nach Auffassung des Künstlers die Macht der Architektur. „Inspiriert zu meinem Beitrag wurde ich von den vielen Burgen, Schlössern und Denkmälern in der Region“, erklärte der 40-Jährige. „Die Skulptur soll am Ende ebenso prunkvoll und wertvoll aussehen“, so Velliquette. Das Besondere an seinem Kunstwerk sei aber, dass die Materialien zur Herstellung nur sehr wenig kosten. „Ich habe sämtliche Materialien aus dem Baumarkt geholt. So entsteht mit geringen Mitteln etwas Prunkvolles.“

Reger Austausch

Auch der Österreicher Erhart Kassian, der zweite Künstler, der in Espenau arbeiten wird, wünscht sich regen Austausch über sein Schaffen. Am Kreisel der Neuen Mitte wird der Steinbildhauer aus Tirol ein Kunstwerk aus Steinen errichten, das mit Bildern der Espenauer Kindergartenkinder und der Kinder aus dem Kinderdorf Imst eine laut Erhart „gelungene Gesamtkomposition“ ergibt. Das Thema Macht und deren verheerende Folgen für die Gesellschaft verarbeitet Susy Casillas aus Vellmars englischer Partnerkommune Bewdley. Rund um das Vellmarer Rathaus wird sie an der Leinwand aktiv sein.

Chiara Lecca aus der italienischen Partnerstadt Immenhausens arbeitet im Glasmuseum Immenhausen mit präparierten Lederhäuten von Wildschweinen in Kombination mit Autoschrott. „Mein Werk ist das Nachdenken über die Beziehung zwischen Menschen und ihrer Umgebung und die Reflexion über den menschlichen Eingriff in die Natur.“

Die Videokünstlerin Camille Roux aus der Hofgeismarer Partnerstadt Pont Aven hat in Frankreich Menschen nach ihren Kriegserlebnissen befragt und wird diese Videoarbeit in Hümme fortsetzen. Dort wird auch Sébastian Rémy sein. Er arbeitet mit assoziativ zusammengesetzten Texten.

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