16 Jahre Einsatz für Menschen mit Behinderung

Ex-Werkstätten-Chef Bertram gestorben

Otto Bertram (rechts) mit dem damaligen Bürgermeister Heinz Grenacher: Das Foto entstand 1981. Archivfoto: nh

Baunatal / Fuldabrück. Otto Bertram, der fast 16 Jahre die Baunataler Werkstätten leitete, ist am Montag im Alter von 84 Jahren gestorben. In seine Amtszeit fiel unter anderem die Einweihung der Zentrale der Behinderten-Einrichtung in der VW-Stadt.

Bertram, ein Ingenieur, stammte aus Oberhausen. Am 1. Juli 1972 rückte der verheiratete Vater zweier Söhne als Geschäftsführer an die Spitze der Behinderten-Werkstätten. Er ebnete letztlich den Weg zur heutigen Baunataler Diakonie Kassel, die 1400 behinderte Menschen betreut.

Neben der Inbetriebnahme des Hauptsitzes in Baunatal und der späteren Erweiterung auf 400 Plätze fielen in Bertrams Zeit die Gründung der Hofgeismarer Werkstätten 1978 und der dortigen Wohnstätten mitsamt Hofgut, Gärtnerei, Bäckerei, Metzgerei und Malerbetrieb 1979. Drei Jahre darauf kam die Betreuung von Menschen mit seelischer Erkrankung zunächst in der Heckerstraße in Kassel und später in Bergshausen dazu.

Auch der Start der Waberner Werkstätten in den 80er-Jahren fiel in Bertrams Zeit. Überregional war er sich auf mehreren Ebenen aktiv, zum Beispiel als Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Hessen der Werkstätten.

Weggefährten beschreiben Bertram, der in Dörnhagen wohnte, als eine dynamische, engagierte Persönlichkeit. Zum Beispiel habe er dafür gesorgt, dass Baunatal als erste Behinderten-Werkstatt einen großen Therapiebereich erhielt. Das und andere Angebote für Menschen mit Behinderungen seien ihm eine Herzensangelegenheit gewesen. Für seine Verdienste erhielt Otto Bertram 1982 das Bundesverdienstkreuz.

Die Trauerfeier für den Verstorbenen hat am Freitag stattgefunden. (ing)

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