Kreisel vor dem neuen Einkaufszentrum Ratio-Land in Hertingshausen ist ungewöhnlich gebaut

Extra-Spuren für große Autokräne

Ungewöhnlicher Kreisel: Die Fahrbahn läuft rundherum, aber auch ein Teil des Inneren ist asphaltiert. Das war nötig, damit die großen Kräne der Firma Regel hier passieren können. Foto: Jünemann

Baunatal. So mancher wundert sich über das Aussehen des neuen Kreisels vor dem Einkaufszentrum Ratio-Land in Hertingshausen. Zwar führt ganz normal eine Fahrbahn rundherum, aber asphaltiert sind auch Teile der inneren Rotunde. Grund: Den Kreisverkehr auf der Fuldastraße müssen auch Kranwagen und Tieflader der in der Nähe ansässigen Firma Regel benutzen können.

Diese Fahrzeuge haben oft Überlänge und Übergewicht, wofür ein normaler Kreisel nicht reichen würde, erläutert Ratio-Bauleiter Joachim Jörger. Die Kolosse dürfen daher geradeaus über den Kreisel fahren.

Für alle anderen gilt: Es geht rundherum im Kreisverkehr, so wie es die blau-weißen Schilder an den vier Zufahrten gebieten. Die sind laut Straßenverkehrsordnung Pflicht. Und gerade weil die Ausnahme für die Regel-Fahrzeuge besteht, sei dieser Kreisel-Hinweis besonders wichtig. Darauf verweist auch Horst Brixel vom Fachbereich Bauen im Baunataler Rathaus. Mancher Autofahrer wundert sich nämlich darüber, dass ein ganzes Quartett der Schilder aufgepflanzt wurde.

Wegen der riesigen Kräne und Tieflader hat der Kreisel einen Radius von innen 22 und insgesamt 36 Metern. Die Fahrbahn ist sieben Meter breit. Die Ratio Grundstücks GmbH & Co. hat den Kreisverkehr aufgrund eines städtebaulichen Vertrags mit dem Zweckverband Baunatal-Edermünde bauen lassen. Das Rundstück wurde vor allem deshalb später als geplant fertig, weil wegen zu hoher Preise der bietenden Baufirmen eine erste Ausschreibung des Auftrags aufgehoben worden war.

Ratio zahlt den Kreisel, jedoch gibt der Zweckverband einen Zuschuss von 225 000 Euro, der aus der Baunataler Stadtkasse stammt, weil die Fuldastraße eine kommunale Verbindung ist. „Zu einem solchen Preis hätten wir sonst keinen Kreisverkehr bekommen“, sagt Hartmut Wicke, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Bau und Umwelt. Wie viel der Kreisel insgesamt kostet, sei noch nicht klar, so Bauleiter Jörger.

Ein weiterer Kreisel im Gewerbegebiet Hertingshausen/Holzhausen soll auf der Grifter Straße an der Einmündung Lange Heideteile entstehen. Hier gibt es bereits Baurecht, aber ein Start der Arbeiten ist noch nicht in Sicht. Bauherr ist das Land Hessen, der Zweckverband finanziert die Kosten jedoch vor.

Von Ingrid Jünemann

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