Vor 60 Jahren mussten Wilhelmshäuser Konfirmanden zum Unterricht nach Speele

Mit der Fähre zum Pfarrer

Jubilare: Drei Konfirmandenjahrgänge begingen gemeinsam das Fest der Diamantenen Konfirmation in der Wahnhäuser Kirche mit Pfarrerin Kerstin Haußen(hinten Mitte) , die den Festgottesdienst gestaltete. Foto: Hobein

Fuldatal. „Wo sind die Jahre hingegangen?“ Diese Frage stellte sich nicht nur Wilma Börner, sondern viele ihrer Mitkonfirmanden, die jetzt ihr diamantenes Konfirmationsjubiläum in der Wahnhäuser Kirche feierten. Hier wurden sie vor 60 Jahren konfirmiert.

Drei Konfirmandenjahrgänge von Anfang der 50er-Jahre waren zu einem feierlichen Gottesdienst zusammen gekommen, der mit dem Abendmahl endete und von Pfarrerin Kerstin Haußen gestaltet wurde.

In ihrer Predigt erinnerte die Gemeindepfarrerin an das Bibelwort in Psalm 1, dass der Mensch wie der Baum an ein Wasserbecken gepflanzt und in Gott verwurzelt sei. Zurückblickend hätten die diamantenen Jubilare sonnige und stürmische Zeiten, gefestigt in den Wurzeln Gottes, in den vergangenen 60 Jahren erlebt.

Gerne seien sie in den zweijährigen Konfirmandenunterricht gegangen, berichten übereinstimmend Wilma Börner, geborene Dröge, Marlie Schade, geborene Buhle und Helma Riebeling, geborene Lotzgeselle. Allerdings mussten sie diesen im niedersächsischen Speele auf der anderen Fuldaseite besuchen.

Der damalige Pfarrer Konstantin Erich Councler war ein älterer, besonnener und gutmütiger Mensch, den man respektiert habe. „Wir mussten viel bei ihm lernen, aber Streiche haben wir ihm gegenüber nicht ausgeübt“, berichten die drei Jubilare.

Viele Erinnerungen hatten die diamantenen Konfirmanden noch an diese Zeit, denn sie mussten von Wahnhausen aus zu Fuß nach Speele gehen. Und dies war auf zwei Wegen möglich. Der längere führte mit der Personenfähre über die Fulda und und dann zu Fuß auf der niedersächsischen Fuldaseite zum Konfirmandenunterricht. Der kürzere Weg führte auf der hessischen Seite zur früheren Speel’schen Schleuse, die man wie auch die anschließende Schlagd, die Uferbefestigung aus Holzstämmen, überqueren musste. Dies war gefährlicher.

Die meisten Jubilare wohnen noch immer in Wahnhausen, andere kamen aus den benachbarten Orten zum Jubiläum. Den weitesten Weg hatte ein Jubilar, der aus Idstein im Taunus zur Feier anreiste.

Bei der anschließenden kleinen Feier, die Wilma Börner im Kühlen Grund in Knickhagen organisiert hatte, erinnerten sich die Jubliare an die geschilderten Begebenheiten. Bei einem gemeinsamen Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen wurden viele Erinnerungen an Ereignisse aus den zurückliegenden 60 Jahre ausgetauscht. (phk)

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