Brüderpaar aus Kaufungen schwer verletzt

Unfall auf B7 vor Gericht: War Fahrer eingenickt?

Hier passierte es: Das Brüderpaar wollte nach Kaufungen einbiegen, als sein Wagen von einem entgegenkommenden Auto gerammt wurde. Der Fahrer aus Eschwege war möglicherweise eingeschlafen. Archivfoto: Herzog

Kaufungen / Kassel. Nein, sagte der 33-Jährige auf der Anklagebank des Kasseler Amtsgerichts mehrmals, er könne sich partout nicht daran erinnern, wie es im Oktober vergangenen Jahres zu einem Zusammenstoß mit einem anderen Wagen gekommen war.

Auf dem Weg von Eschwege war er mit seinem Auto auf der Bundesstraße 7 an der Anschlussstelle Oberkaufungen aus einer Kolonne ausgeschert, hatte die durchgezogene weiße Linie auf der Fahrbahn überquert und war gegen ein Fahrzeug gekracht, in dem ein 67-Jähriger und sein 63-jähriger Bruder, beide aus Kaufungen, saßen.

Die beiden trugen diverse Verletzungen davon, am schwersten hat es den 63-Jährigen erwischt, der noch heute mit den Folgen kämpft. Der 67-Jährige, der am Lenkrad saß, hatte keine Chance, zu reagieren. „Das ging ziemlich schnell.“

Sein Beifahrer erinnert sich, dass das entgegenkommende Fahrzeug zunächst zwei andere Autos überholt hat, bevor es „strack auf uns zufuhr“. 15 Jahre lang sei er unfallfrei gefahren, betonte der Angeklagte aus Kassel. Die Strecke kenne er gut, da er aus Eschwege stamme, dort regelmäßig seine Eltern besuche und im Tischtennisverein spiele.

An jenem 7. Oktober war er auf dem Rückweg von einem Heimspiel seiner Mannschaft. Und er hatte eine Nachtschicht bei seiner Zeitarbeitsfirma hinter sich.

Frau schlief auf Beifahrersitz

Seine schwangere Frau hatte auf dem Hinweg das Fahren übernommen, für die Rückfahrt fühlte er sich fit genug, um selbst zu fahren.

Er könne sich an eine Ampel bei Helsa erinnern, erst bei dem Zusammenstoß sei er „wieder aufgewacht“. Er wisse jedoch nicht, ob er eingenickt war. Seine Frau sagte als Zeugin, sie habe auf dem Beifahrersitz geschlafen und könne sich an nichts erinnern.

Das Gericht will nun ein Gutachten zum Hergang des Unfalls einholen, unter anderem muss die Frage beantwortet werden, ob das Fahrzeug des 33-Jährigen gebremst oder ungebremst mit dem anderen Wagen zusammenstieß.

Sollte sich herausstellen, dass er ungebremst gefahren ist, soll ein medizinisches Gutachten zu möglichen Bewusstseinsstörungen in Auftrag gegeben werden. Wann die Verhandlung fortgesetzt wird, ist offen.

Von Ralf Pasch

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