Jungen messen ihre Kräfte bei sportlichen Kampfesspielen in der Helsaer Schäferland-Schule

Faires Raufen nach festen Regeln

Sportliches Ringen um den Medizinball: Jonas (9), Veit (10), Luca (9) und Alexander (12) kämpfen fair und gemäß den Regeln, die die Gruppe gemeinsam mit Jugendarbeiter Markus Ludwig aufgestellt hat. Foto: Kessler

Helsa. „Ich kämpfe fair!“ – Mit diesem gemeinsamen Ausruf beginnen Jugendarbeiter Markus Ludwig vom Sozialverband Vabia und zwölf Jungen aus Helsa und Umgebung die erste Einheit der Kampfesspiele in der Turnhalle der Schäferland-Schule in Helsa.

„Damit versprechen wir uns gegenseitig, dass wir uns alle an die Regeln halten“, erklärt Ludwig. Dies schaffe die Vertrauensbasis, die notwendig sei für die Kampfesspiele. Sinn der Spiele sei es, Achtung voreinander und vor Regeln, Vertrauen und Respekt zu erlernen, sagt Ludwig, der für die Kampfesspiele eine spezielle Ausbildung absolviert. Auch Gewaltprävention sei ein Thema. „Die Jungen sollen ihren Bewegungsdrang kanalisieren und fair ihre Kräfte messen.“

Theoretisch können Kinder und Jugendliche von neun bis 14 Jahren an den Spielen teilnehmen. „Ältere haben zu viel Kraft, da ist die Verletzungsgefahr zu groß“, erläutert Ludwig. Schließlich handele es sich um kampforientierte Spiele.

Ringen zu zwölft

Zum Beispiel knien die Jungen nebeneinander auf einer Turnmatte und versuchen, sich gegenseitig mit der Schulter von der Matte zu schieben. Oder sie ringen zu zwölft auf einer großen Fläche aus Turnmatten um drei Medizinbälle. „Dabei hat man natürlich viel Körperkontakt. Deshalb ist diese Gruppe hier nur für Jungen“, erläutert Ludwig. Es gebe aber auch Kampfesspiele für Mädchen, angeleitet von Frauen.

Den eigenen Körper fühlen

„Es geht darum, den eigenen Körper zu fühlen und zu erfahren. Deshalb sind wir unserem Gegner auch dann für die Erfahrung dankbar, wenn wir verlieren“, erklärt Ludwig den Jungen. Bevor es losgeht, legt die Gruppe gemeinsam die Regeln fest. Jeder darf sagen, was nicht erlaubt sein soll. So werden geschlossene Klammergriffe, Hebel und Würgegriffe ausgeschlossen.

Beißen ist tabu

Dass Schlagen, Treten und Beißen tabu sind, versteht sich von selbst, ebenso, dass man jederzeit „Stopp“ sagen kann. Vor jedem Spiel wird die Frage „Willst du mit mir kämpfen?“ gestellt.

Nach jedem Spiel versichern sich die Kontrahenten, dass sie fair gekämpft haben oder sprechen darüber, wenn etwas nicht in Ordnung war. „Wenn jemand die Regeln bricht oder unfair kämpft, dann wird er schnell merken, dass keiner mehr mit ihm kämpfen will“, sagt der Jugendarbeiter.

Die Kampfesspiele bestehen aus drei Einheiten, von denen jede etwa eineinhalb Stunden dauert. Dazu gehören auch ein Aufwärmtraining und Übungen, um den Organismus abschließend herunterzukühlen.

„Heute machen wir gleich zwei Durchgänge, dazwischen gibt es Hot Dogs zum Mittagessen“, sagt Jugendarbeiter Markus Ludwig.

Von Patrick Kessler

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