Stolperfallen auf dem Weg zum Erwachsenwerden: Falschem Lockruf widerstehen

Sie achten auf ihre Daten: Alexander Schäfer (links) und Jonathan Kenig. Fotos:  Dilling

Baunatal. Das makellose Gesicht einer jungen Frau strahlt aus der Zeitschriftenanzeige, ihr Lippenstift leuchtet. „So ganz ohne Pickel, nicht mal ein Leberfleck, das gibt es doch nicht“, sagt Sophia Wicke.

Ihre Klassenkameraden aus der 7 b der Theodor-Heuss-Schule (THS) stehen vor einer Collage aus bunten Werbungsausschnitten und stimmen der 13-Jährigen zu. „Da ist mit digitaler Bildbearbeitung nachgeholfen worden“, sagt Kati Wahle. Kaum einer schminke sich schon, sagt Sophia. Aber wenn man nachlässig gekleidet sei, werde schon mal gelästert.

Nicht nur unerreichbare, von der Werbung suggerierte Schönheitsideale gehören zu den Stolperfallen, denen Jugendliche auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden begegnen. Während zweier Aktionstage der siebten Klassen der Theodor-Heuss-Schule lernten die 13- und 14-Jährigen, dass man nicht falschen Lockrufen erliegen, sondern auf die Dinge achten sollte, die wichtig sind, um später Alltag und Beruf zu meistern.

Zu den Verlockungen für Schüler, die Gefahren bergen, gehört das unbedachte Surfen und die Preisgabe persönlicher Dinge im Internet. Jonathan Kenig (14) ,Alexander Schäfer (13) und weitere Siebtklässler schauen im Internet, welche Informationen und Bilder sie über sich selbst oder Klassenkameraden finden. Spektakuläres kommt dabei nicht heraus. Alexander klickt ein Bild von sich selbst an, das ihn im Handballdress des GSV Eintracht Baunatal zeigt. „Mit der Veröffentlichung war ich einverstanden“, sagt Alexander. „Meine Adresse würde ich im Internet nicht preisgeben“, fügt er hinzu.

Kostenlose Spiele

Jonathan hat schon viel Erfahrung im Internet. Da müsse man schon aufpassen, sagt der 14-Jährige. „Es gibt dort Spiele, die zwar kostenlos sind. Aber das dafür angebotene Zubehör kostet richtig Geld“, sagt Jonathan. Tom Gudella vom Jugendbildungswerk Baunatal, der diesen Workshop leitet, freut sich, dass vielen Siebtklässlern schon bewusst ist, dass sie mit ihren Daten im Netz vorsichtig umgehen müssen.

Einen weiteren Workshop haben der Verein Kabera, eine Beratungseinrichtung für Essstörungen, das Jugendbildungswerk des Kreises und das Baunataler Jugendzentrum angeboten.

Von Peter Dilling

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