Bundesministerin Kristina Schröder warb beim Frühjahrsfest der CDU Baunatal für ihr neues Konzept

Familienpflegezeit statt Heimplätze

Blumen für die Damen: Andreas Mock (von links), Thomas Viesehon und Bundestagsabgeordneter Bernd Siebert überreichen Sträuße an Heidemarie Slama und Familienministerin Kristina Schröder. Foto: Kessler

Baunatal. „Ich bin für alle verantwortlich, außer für mittelalte kinderlose Männer“, scherzt Familienministerin Kristina Schröder zu Beginn ihrer Rede beim Frühjahrsfest der CDU Baunatal in der Knallhütte in Rengershausen.

Natürlich ging es bei Schröder ums Thema Pflege: Der Zusammenhalt in den Familien sei riesig, trotz beruflich bedingter Mobilität der Kinder. Zwei Drittel der Pflegebedürftigen würden immer noch in den Familien gepflegt. Dies sei aber für die Angehörigen psychisch und physisch sehr belastend.

Angehörige stünden häufig vor der Entscheidung, den Pflegebedürftigen ins Heim zu geben oder nicht mehr zu arbeiten. Gerade für Frauen zwischen 50 und 60 Jahren sei es danach sehr schwer, beruflich wieder Fuß zu fassen.

„Deshalb bin ich für eine Familienpflegezeit“, sagte Schröder. Wer einen Angehörigen zu Hause pflegt, der solle nur zu 50 Prozent arbeiten und dabei 75 Prozent seines Gehaltes weiter bekommen. Nach Ablauf der Pflegezeit solle man wieder voll arbeiten und für die Dauer der Pflegezeit weiterhin nur 75 Prozent des Gehaltes bekommen. In die Rentenkasse solle die ganze Zeit über voll einbezahlt werden, so der Vorschlag.

Außerdem verteidigte Schröder das von ihr initiierte Betreuungsgeld. „Die Eltern von Kindern unter drei Jahren sollen die Wahl haben zwischen einem Kindergartenplatz oder dem Geld beispielsweise für eine Tagesmutter“, erklärte die Ministerin. Karriereorientierte Frauen würden sich nicht mit 150 Euro bestechen lassen, ihre beruflichen Pläne aufzugeben.

Zum Schluss ehrte Schröder zusammen mit dem Stadtverbandsvorsitzenden Andreas Mock und dem Bundestagsabgeordneten Bernd Siebert Heidemarie Slama für 25-jährige Mitgliedschaft in der CDU.

Von Patrick Kessler

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