Georg Kompenhans war Gründungsmitglied: Enkel Walter Kompenhans für 60 Jahre geehrt

Familientradition bei Rotkreuzlern

Erinnerungen: Walter Kompenhans (links) blickte auf die Geschichte des Roten Kreuzes in Ihringshausen zurück, rechts Dieter Michel, Vorsitzender der Ortsvereinigung. Foto: privat/nh

Fuldatal. Es sind inzwischen sechs Jahrzehnte, die Walter Kompenhans dem DRK Ihringshausen als Fördermitglied angehört. Während der jüngsten Jahreshauptversammlung der Ortsvereinigung wurde er jetzt geehrt.

Neben Kompenhans wurden auch die aktiven Mitglieder Bodo Hesse für 30 Jahre und Fred Zwick für 40 Jahre sowie die Fördermitglieder Gerda Gerke, Christe Krüger, Herta Weiser (alle 25 Jahre), Hannelore Schade und Christa Schmalz (50 Jahre) vom DRK ausgezeichnet.

Sanitäts-Kolonne

Nach der Ehrung erinnerte Walter Kompenhans insbesondere an seinen Großvater Georg, der 1908 zu den Gründern des Roten Kreuzes (RK) in Ihringshausen zählte, das sich damals noch Sanitäts-Kolonne nannte. Bei den meisten Mitgliedern am Hauseingang war eine blaue Emaille-Tafel angebracht mit der Aufschrift: Unfall-Meldestelle.

„Mein Großvater war bemüht, kleine Unfälle zu versorgen. Bereitschaftsarzt war damals Dr. Fütterer“, sagte Kompenhans.

Größere Unfälle und Krankheiten wurden von den Sanitätern zum Landkrankenhaus (heute Klinikum Kassel) gebracht. Man benutzte hierzu eine Trage mit zwei Rädern (Rädertrage), welche von vier Sanitätern geführt wurde.

„1938 war es, dass ein Landwirt am späten Nachmittag zu meinem Großvater kam und ihm berichtete, dass am Waldrand auf der Hasenhecke ein Mann läge, und es ginge ihm nicht gut. Mein Großvater versuchte, drei weitere Sanitäter zu bekommen und man machte sich dann mit der Rädertrage auf den Weg. Auf der Hasenhecke angekommen, war der Mann tot“, berichtete Kompenhans.

Als 1945 die Amerikaner in Ihringshausen einrückten, habe sein Großvater die Rot-Kreuz-Uniform angezogen und sei ihnen entgegengegangen, um zu bitten, den Ort zu verschonen und eventuell irgendwo Hilfe zu leisten. „Die Amerikaner nahmen ihn gefangen, nach drei Tagen war er wieder zu Hause.“

1948 kam Walter Kompenhans’ Vater, Schuhmachermeister Ernst Kompenhans, aus französischer Gefangenschaft nach Hause. Sofort seien alte RK-Kameraden da gewesen und man beschloss, das Rote Kreuz in Ihringshausen wieder auf die Beine zu stellen. Heinz Gattrei war Vorsitzender, Georg Grebe Ausbilder, Richard Kellermann Bereitschaftsarzt.

Zelt flicken

Er selbst habe bei Georg Grebe seine Ausbildung zum Sanitäter gemacht (ca. 1950). Danach sei er Mitglied geworden. „Ich habe es nur bis zum Zeugwart gebracht, Zelt flicken, Rädertrage in Ordnung halten, Bereitschaftstaschen nähen und vieles mehr“, meinte Walter Kompenhans.

Aus persönlichen Gründen, er habe kein Blut sehen können, sagte er dem aktiven Dienst Lebewohl. Der Sanitätsbereitschaft in Ihringshausen fühle er sich aber bis zum heutigen Tage verbunden. (mic)

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