Der Baunataler Jens Klingebiel reist als Tierfilmer durch ganz Europa

Er fand das Glück in der Natur

Motive aus der Nachbarschaft: Dieser Steinbock begegnete Jens Klingebiel im Tierpark am Edersee.

Baunatal. Er habe den schönsten Arbeitsplatz der Welt, sagt Jens Klingebiel. Und wenn man die kurzen Filme sieht, die er inmitten der Natur dreht, kann man dieser Aussage nur zustimmen. Vor zwei Jahren machte der Baunataler sein Hobby zum Beruf. Seitdem hat er sich als Natur- und Tierfilmer deutschlandweit einen Namen gemacht.

„Schon als Kind bin ich mit einer Kamera durch Wald und Wiesen gestreift“, erzählt der 41-Jährige. Die Liebe zur Natur blieb, die Faszination fürs Fotografieren auch. Deshalb entschied sich Klingebiel, seinen Job als Wirtschaftswissenschaftler gegen die selbstständige Arbeit als Naturfilmer einzutauschen. „Jetzt habe ich einen Beruf, der mich glücklich macht“, sagt er.

Spezialisiert hat sich Klingebiel auf kurze Filme, die er über Agenturen an weltweite Kunden verkauft. Verwendet werden diese Sequenzen zum Beispiel zu Werbezwecken oder in Lehrfilmen. Aber auch Auftragsarbeiten - zum Beispiel für Jagdzeitschriften - fertigt der Baunataler an.

Etwa vier Monate im Jahr reist der gebürtige Fritzlarer durch Europa, um Landschaften und Tiere mit der Kamera aufzunehmen. Zuletzt filmte er Gämse in der Steiermark, doch meist zieht es Jens Klingebiel nach Skandinavien. In Dänemark hielt er die Brunft der Rothirsche fest, im norwegischen Dovrefjell beobachtete er Moschusochsen in freier Wildbahn, und in Schweden ging er mit Einheimischen auf Elchjagd.

„Man braucht viel Geduld“

Was beim Betrachten der Filme sofort auffällt: Klingebiel kommt den Tieren sehr nahe, ohne sie zu stören. Es sind Bilder, die einen faszinierenden Einblick in die Natur ermöglichen. „Für solche Aufnahmen braucht man viel Geduld“, erklärt der Naturfilmer. Man müsse sich den Tieren langsam und ruhig nähern. „Sie dürfen mich nicht als Gefahr ansehen.“ Denn sonst könne es mitunter auch für den Filmer unangenehm werden. Dass er für manche Aufnahmen mitten in der Nacht aufstehen muss, macht ihm übrigens nichts aus. „Das gehört dazu.“

Seine nächste Tour hat Jens Klingebiel bereits geplant. Im Frühjahr wird er nach Schweden reisen und einen Film über die wilden Wälder des Landes drehen. Praktisch: Seit einiger Zeit besitzt der Baunataler dort ein Ferienhaus, das ihm während seines Arbeitsaufenthaltes als Unterkunft dient. „Ich bin Wahl-Schwede“, sagt er. Mitten in der Natur sei er eben am glücklichsten.

Von Pamela De Filippo

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