Nicht einmal jeder Dritte ging zur Wahl

Fast 93 Prozent für Siebert: Sozialdemokrat als Bürgermeister bestätigt

Gemeinsame Freude: Der wiedergewählte Bürgermeister Andreas Siebert (von links), seine Frau Diana und die Kinder Sebastian (10), Anna Katherina (13), Lena Marie (7) und Christian (14) am Wahlabend im Niestetaler Rathaus. Foto:  Ketteritzsch

Niestetal. Andreas Siebert wird auch in den nächsten sechs Jahren die Geschicke Niestetals lenken. Bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag wurde der Sozialdemokrat mit 92,9 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. 7,1 Prozent der Wähler sagten Nein zu einer weiteren Amtszeit.

Der Verwaltungsfachmann, seit Oktober 2006 Chef im Rathaus, war der einzige Kandidat. Als um 18.35 Uhr das vorläufige Endergebnis auf der Videowand im Rathaus erschien, zeigte sich Siebert überwältigt. Der SPD-Mann, auf dessen Wahlplakaten kein Hinweis auf seine Partei zu finden war, dankte auch CDU und Grünen, den beiden anderen Parteien im Parlament, für die „konstruktive Zusammenarbeit“.

Kein Gegenkandidat

Doch die große Zustimmung für Siebert ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist die geringe Wahlbeteiligung. Von den 8545 Niestetalern, die ihre Stimme abgeben konnten, taten dies nur 2631. Unter Berücksichtigung der ungültigen Stimmen entspricht das einer Wahlbeteiligung von 31,2 Prozent: Nicht einmal jeder dritte Niestetaler machte demzufolge von seinem Stimmrecht Gebrauch. Ins Amt gewählt wurde Siebert, der am Wahltag seinen 42. Geburtstag feierte, am Ende mit 2443 Stimmen.

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CDU-Fraktionschef Erich Schaumburg, dessen Partei ebenso wie die Grünen auf einen eigenen Kandidaten verzichtet hatte, sprach angesichts der extrem niedrigen Wahlbeteiligung von einer „Katastrophe“. Er gönne Siebert das Ergebnis, „doch viele Menschen hätten gern eine Wahl gehabt“.

Schaumburg zeigte sich optimistisch, dass die CDU in sechs Jahren einen Gegenkandidaten aus den Reihen des politischen Nachwuchses werde aufstellen können. Auch Alois Lorscheider-Brinkmann, Gemeindevertreter der Grünen, hätte sich eine höhere Wahlbeteiligung gewünscht. Er attestierte Siebert, in seiner ersten Amtszeit keine Fehler gemacht zu haben. „Wir sind mit ihm kritisch zufrieden.“

Auch SPD-Kreischef und Landrat Uwe Schmidt lenkte in seiner Rede den Blick auf die große Zustimmung für Siebert. Im Kreis seiner SPD-Bürgermeisterkollegen - gekommen waren Michael Steisel (Söhrewald), Arnim Roß (Kaufungen), Michael Reuter (Lohfelden) und Edgar Paul (Nieste) - bekannte Siebert, auch ohne Gegenkandidat am Nachmittag „wie ein HB-Männchen“ durchs Haus gelaufen zu sein. Seine zweite Amtszeit im Niestetaler Rathaus tritt Siebert im Oktober an.

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