Faszination des Rauchens: die kubanische Zigarre

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Die echte kubanische Zigarre wird in Handarbeit hergestellt und leidenschaftlich geraucht.

Kubanische Zigarren sind ein wahrer Genuss. Schriftsteller Mark Twain ging sogar noch einen Schritt weiter und sagte: „Falls ich im Himmel keine Zigarre rauchen kann, gehe ich dort nicht hin.“ Doch was macht die kubanische Tabakrolle so besonders?

Zigarrenraucher auf der ganzen Welt sind sich einig, dass die besten Zigarren aus Kuba kommen. Im 18. Jahrhundert entstanden hier noch unter spanischer Kolonialherrschaft die ersten Zigarrenmanufakturen. Heute gilt die Zigarre als so etwas wie das Nationalsymbol  des Landes.

Das Geheimnis liegt in der Beschaffenheit des Bodens, der Regenmenge und dem besonderen Klima auf Kuba. Nur in einigen Regionen am westlichen Ende der Insel sind die Bedingungen ideal für Tabakpflanzungen.

Kubanische Zigarren brauchen Zeit in der Herstellung ...

Im Prinzip werden für die Zigarrenherstellung „nur“ Tabakblätter getrocknet und dann gerollt. Der Aufwand ist aber immens. Gute Zigarren entstehen ausschließlich in Handarbeit – von der Ernte des Tabaks bis zur Verpackung der fertigen Zigarre.

Die Blätter werden einzeln gepflückt, am besten in den Morgenstunden. Anschließend werden sie von Hand auf Schnüre aufgefädelt und in der Sonne getrocknet. Danach kommen die Tabakblätter in den Klimaraum. Dort lagern sie mehrere Wochen oder sogar Monate auf Stapeln. Die Wärme, die dabei entsteht, setzt eine biochemische Reaktion in Gang. Diese macht später den Geschmack des Tabaks aus. Erst wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, werden die Blätter weiter verarbeitet.

Ein Farbsortierer wählt die Blätter nach 65 Farbschattierungen aus. Nur einwandfreie Blätter werden zu Zigarren verarbeitet. Der Rest wird für Zigarillos oder Zigaretten verwendet. Jede kubanische Zigarre wird einzeln gerollt. Die Kunst besteht darin, die Tabakblätter so zu falten, dass feine Rillen entstehen, durch die der Rauch nach dem Anzünden ziehen kann. Ein erfahrener Zigarrenroller schafft eine Zigarre in zwei Minuten.

... und im Genuss

Um die langen Prozesse der Herstellung zu würdigen, nehmen sich Kenner, so genannte Aficionados, ausgiebig Zeit für das Rauchen einer Zigarre. Sie zelebrieren jeden einzelnen Zug. Es gibt sogar einen Zigarren-Kodex:

Zunächst einmal ist das Mundende einer Zigarre verschlossen. Mit einem speziellen Zigarrenmesser wird das Ende abgeschnitten oder ein Loch hineingebohrt.

Anzünden sollte der Aficionado die gerollten Tabakblätter mit einem Holzspan aus Zedernholz oder einem Gasfeuerzeug. Kerzen oder Benzinfeuerzeuge verderben den Geschmack der Zigarre. Der Raucher hält längere Zeit die Zigarre über die Flamme und dreht sie dabei gleichmäßig. Das Feuer streift die Zigarre vorsichtig. Der Vorgang heißt „Toasten“ und bewirkt dass die Zigarre glüht, ohne dass sie verkohlt.

Wichtig ist, dass die Glut ständig am Leben bleibt. Vor allem Anfänger haben damit zu kämpfen. Denn die Zigarre brennt nicht von alleine, man muss im richtigen Maß daran ziehen. Geht die Zigarre aus, kann sie wieder angezündet werden, solange sie noch warm ist. Ist sie erst einmal kalt, schmeckt sie nicht mehr. Kenner rauchen nur bis zum Zigarrenring. Denn dahinter sammelt sich das Kondensat und der Rauch schmeckt bitter. Am Ende drücken sie die Zigarre nicht aus, sondern lassen sie von selbst ausbrennen.

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