Trotz Sparbemühungen: Söhrewald kann Haushalt auch 2012 nicht ausgleichen

Es fehlen 1,5 Mio. Euro

In der Bahnhofstraße in Wellerode sind die Bagger angerollt. Für die Sanierung der Ver- und Entsorgungsleitungen und die Erneuerung der Straßenoberfläche sind im neuen Gemeindehaushalt 750 000 Euro vorgesehen. Foto: Wohlgehagen

Söhrewald. Die Gemeinde Söhrewald schreibt weiterhin rote Zahlen. Der jetzt vorgelegte Ergebnishaushalt umfasst Aufwendungen von 8,4 Millionen und Erträge von 6,9 Mio. Euro. Der Fehlbetrag von 1,5 Mio. Euro liegt zwar um 300 000 Euro unter den Planzahlen des Vorjahres, die Hoffnungen auf eine durchgreifende Verbesserung der Finanzlage haben sich damit jedoch nicht erfüllt.

Trotz der Misere im Ergebnishaushalt will die Gemeinde in einer Größenordnung von 1,8 Mio. Euro investieren. Der größte Teil dieser Summe entfällt auf die Erneuerung der Bahnhofstraße (750 000 Euro). Es folgen Projekte wie die Fernüberwachung der Wasserversorgung (180 000), die Dorferneuerung in Wellerode (171 000) und die Sanierung von Kanälen (125 000).

Mit weiteren 110 000 Euro soll die umfassende Erneuerung der Bushaltestellen abgeschlossen werden.

Zur Finanzierung ihrer Investitionen muss die Gemeinde in diesem Jahr Darlehen in Höhe von 1,3 Mio. Euro aufnehmen.

„Wir müssen der Kommunalaufsicht wiederum ein Haushaltssicherungskonzept vorlegen“, sagte Bürgermeister Michael Steisel (SPD) bei der Vorlage des umfassenden Zahlenwerks in der Gemeindevertretung. Für weitere Streichungen sehe er kaum Möglichkeiten, sagte der Verwaltungschef. Der Aufwand für Sach- und Dienstleistungen liege mit 100 000 Euro deutlich unter dem Ansatz des Vorjahres, und auch die Personalkostenvon 2,8 Mio. Euro (2011: 2,7 Mio. Euro) seien unabdingbar. Auf der Einnahmenseite rechnet Söhrewald mit 350 000 Euro zusätzlichen Finanzzuweisungen aus Wiesbaden. Diese Mehreinnahmen würden jedoch durch die steigenden Umlage- und Zahlungsverpflichtungen weitgehend aufgezehrt. Das mache die Bemühungen zur Sanierung des Haushalts unmöglich, sagte Steisel, der keinen Spielraum für die Erhöhung direkter Einnahmen sieht.

Der Haushaltsentwurf wird nun in den Ausschüssen diskutiert, anschließend muss die Gemeindevertretung über das Zahlenwerk befinden. (ppw)

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