Fest zur Einbürgerung von Menschen mit Migrationshintergrund

Feier im Rathaus fiel aus

Alles zu: Wer an der Einbürgerungsfeier am Mittwoch im Rathaus teilnehmen wollte, stand vor verschlossenen Türen. Das Rathaus hatte die Veranstaltung abgesagt. Foto: T. Hartung

Baunatal. Eigentlich sollten am Mittwochnachmittag 78 Bürger mit Migrationshintergrund bei einer Einbürgerungsfeier als neue Baunataler begrüßt werden. Stattdessen waren alle Türen des Rathauses verschlossen und die Lichter im Foyer aus. Weit und breit war keine Menschenseele zu erblicken.

Wegen der sehr geringen Resonanz, die die Stadt von den Einwohnern mit ausländischen Wurzeln auf ihre Einladung bekam, wurde die Veranstaltung kurzfristig abgesagt. „Bis zur Anmeldefrist vor drei Wochen hatten sich nur fünf zur Feier angemeldet“, sagt Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) auf HNA-Anfrage. Vor 14 Tagen hätte man die Veranstaltung dann abgesagt. Das sei bereits das zweite Mal, dass die Resonanz so gering sei, betont der Rathauschef. Im vergangenen Jahr hätten sich zehn Neubürger angemeldet, von denen letztendlich sieben zu den Feierlichkeiten gekommen wären.

78 wurden eingebürgert

78 Baunataler mit ausländischen Wurzeln entschieden sich im vergangenen Jahr für die deutsche Staatsbürgerschaft. Nachdem sie alle Kriterien erfüllt hatten - unter anderem müssen sie sehr gute Sprachkenntnisse und ein eigenes Einkommen vorweisen sowie den Einbürgerungstest bestehen -, wurde ihnen die Urkunde und der deutsche Pass ausgestellt.

Dennoch wollten nur sehr wenige von ihnen an der Einbürgerungsfeier teilnehmen, die einmal jährlich von der Stadt Baunatal veranstaltet wird, um die Wertschätzung gegenüber den Neubürgern auszudrücken.

„Zeitraum zu lang“

Schaub vermutet, dass der Zeitraum zwischen Urkundenübergabe und Einbürgerungsfeier zu lang sei. „Ich denke, dass sich die meisten in der Zwischenzeit so eingebürgert fühlen, dass sie kein Interesse mehr an einer gesonderten Feier haben“, sagt er.

Vorschlag: Feier abschaffen

In der kommenden Woche soll die Einbürgerungsfeier Thema in einer Sitzung mit dem Haupt- und Finanzausschuss sein. „Ich werde den Vorschlag machen, die Feierlichkeiten in Zukunft ganz abzusagen“, so der Rathauschef.

Von Tina Hartung

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