Ahnataler Gruppe für Integration Behinderter

Fest im Einsatz für ein Miteinander

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Tauschten Erinnerungen aus: Ulrike Schaub sah sich zusammen mit Siegfried Karpinski die Fotoausstellung an.

Ahnatal. 1978 hatte die Gemeinde Ahnatal offiziell zehn Familien mit geistig behinderten oder beeinträchtigten Menschen gelistet. Else Kuschlanski, mittlerweile verstorben, war selbst Mutter einer behinderten Tochter. Sie war der Ansicht, dass diese Zahl kaum der Realität entsprechen konnte.

Daher lud sie zu einem Treffen von Behinderten und deren Familien in Weimar ein. Allein über 20 Behinderte erschienen zu dem Treffen. Der Grundstein zu einem Erfolgsmodell, der heutigen Gruppe Miteinander, war gelegt.

35 Jahre später lud Vorsitzende Monika Ude zum mittlerweile traditionellen Sommerfest ein und verband dieses mit dem Geburtstag. So wurde neben den Spielen, dem gemeinsamen Kaffeetrinken und der Geburtstagsrunde eine Fotoausstellung mit über 300 Fotos gezeigt. Die Fotos dokumentieren die Entwicklung der Gruppe Miteinander von der Entstehungszeit in der Familienhilfe Ahnatal bis hin zum eigenständigen und gemeinnützigen Verein mit rund 110 Mitgliedern.

„Ohne die Initiative von Else Kuschlanski hätte es diese Gruppe nicht gegeben. Sie hat Behinderten und deren Familien geholfen, Probleme offen anzusprechen und Behinderten aus der Anonymität herauszuhelfen und einen Platz in unserer Gesellschaft zu verschaffen“, erinnerte Ude.

Die Arbeit von Kuschlanski als Vorsitzende (1978-1996) setzte Walter Klapp fort (1996-2009), ehe Ude das Amt übernahm. Die Zielsetzung habe sich mit den Jahren angepasst, aber im Kern nicht verändert. „Wie helfen beim Umgang mit Behörden und unterstützen die Familien so gut wir es können“, so Ude.

Zudem bietet der Verein mit regelmäßigen Treffen wie dem Sommerfest die Möglichkeit, in Dialog mit anderen Behinderten und deren Familien zu treten. Dies sei ein essentieller Punkt in der sozialen Arbeit der Gruppe.

Dabei finanziert sich die Gruppe lediglich aus Spenden, sodass sie keinen Mitgliedsbeitrag erheben muss. Viele Spender sind der Gruppe lange verbunden, beispielsweise Georg Kuschlanski, der Sohn von Else Kuschlanski. „Hier können die Familien bei gemeinsamen Aktionen entspannen und Probleme für einen Moment hinter sich lassen“, lobt Kuschlanski.

Unterstützung könne auf vielerlei Arten erfolgen. Von Geld- über Sachspenden bis hin zu Auftritten. So bot zum Sommerfest Uwe Kramer professionelle Zaubertricks und Sabine Ackermann begleitete den Nachmittag am Klavier. (ptk)

Kontakt: Gruppe Miteinander, Telefon 0 56 09/91 88.

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