Ungewöhnlicher Einsatz: Feuerwehr fängt in Fuldatal Affen ein

Fuldatal. Einen kleinen Affen hat die Feuerwehr am Freitagnachmittag in einem Schuppen in Fuldatal eingefangen. Anwohner hatten das Tier am Donnerstagnachmittag in einem Vorgarten in der Gartenstraße gesichtet.

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Zu viert sind sie bereits in dem Schuppen, die Männer der freiwilligen Feuerwehr Fuldatal. Dann ruft Gemeindebrandinspektor Karsten Schreiber: „Wir brauchen noch einen mehr - und Bananen.“ In dem Gerätehaus in der Gartenstraße gilt es, einen kleinen Affen einzufangen, was wenig später auch gelingt.

Nicht den Beamten, sonderen einem weiteren Anwohner gelingt es schließlich, das Tier einzusperren. Achim Gottschalk wendete einen relativ simplen Trick an: „Ich habe einfach eine Banane in unseren Schuppen gelegt, der Affe ist hinterher. Dann habe ich die Tür zugemacht.“ Er versorgt das Tier mit Obst und Wasser, bis am nächsten Tag die Feuerwehr anrückt. Die Männer tragen volle Schutzkleidung, um sich vor möglichen Bissen zu schützen. Das Äffchen soll nämlich nicht betäubt, sondern mit Netzen und einer Katzenbox eingefangen werden. Brandinspektor Karsten Schreiber versucht zunächst, es mit einer Banane vom Dachbalken zu locken. Der Affe frisst dankbar das Obst, lässt sich aber nicht packen. Dann versuchen die Einsatzkräte, das Tier mit Decken und Kissen zu umzingeln. Zweimal schlüpft der Affe aus dem Fangnetz wieder heraus – dann greift Feuerwehrmann Dieter Blum beherzt zu und schiebt den kleinen Kerl in die Kiste, obwohl der ängstlich um sich beisst.

Seinen furchtlosen Einsatz erklärt Blum so: „Ich habe damit etwas Erfahrung. In meinem Beruf als Dachdecker habe ich öfters schon Waschbären eingefangen, die sich auf Böden versteckten.“ Nachdem der erste Teil der Arbeit getan ist, kommt nun Tierarzt Andreas Schneiderle zum Einsatz. Der Veterinär aus Ihringshausen versorgt ansonsten Haus- und Nutztiere. Er hat ein Chiplesegerät mitgebracht, mit dem er nun versucht, an den Affen heranzukommen. Falls der aus einer legalen Haltung stammt, sollte sich über einen Mikrochip unter der Haut seine Herkunft bestimmen lassen. Das Lesegerät schlägt nicht aus.

Klaus Dreyer, Leiter des Ordnungsamtes, will trotzdem versuchen zu erfahren, wem der Affe entlaufen ist: „Der Halter wird den Einsatz hier bezahlen müssen. Falls das Tier aus einer illegalen privaten Haltung stammt, wird es eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Artenschutzgesetz geben.“ Nach dem Einsatz fährt Dreyer das Äffchen in den Tierpark Sababurg: Dort hat man sich bereit erklärt, ihn vorläufig aufzunehmen.

Von Irene Habich

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