Feuerwehr Helsa: Kritik an finanzieller Ausstattung für A44-Anrainer

Der Einsatz von Atemschutzgeräten muss geübt werden: Unser Archivbild der Helsaer Feuerwehr aus dem Jahr 2010 zeigt Nadine Vogelsang (rechts), die den Lungenautomaten an die Maske von Markus Rausch schraubt. Bei den neuen Atemschutzgeräten für die Tunnelrettung hat jede Einsatzkraft zwei Sauerstoffflaschen auf dem Rücken. Archivfoto: Kothe

Helsa. Unzureichende finanzielle Unterstützung durch das Land Hessen beklagt die Gemeinde Helsa - wie auch andere Kommunen entlang der A44 - in Sachen Feuerwehr-Ausstattung.

Die Städte und Gemeinden entlang der neuen Trasse sind verpflichtet, bei Unfällen auf der Autobahn und in den Tunneln Hilfe zu leisten. Doch die finanzielle Unterstützung sei absolut nicht ausreichend, meint Helsas Bürgermeister Tilo Küthe (SPD). Der Gemeindevorstand hat daher eine Resolution erarbeitet, die in der nächsten Parlamentssitzung am 27. März verabschiedet werden soll. Auch andere A44-Kommunen wollen sich der Resolution anschließen.

„Wir bekommen einmalig 14.800 Euro“, sagt Bürgermeister Küthe, „das ist ein Witz.“ Dafür konnte die Gemeinde gerade mal eine zweite Wärmebildkamera anschaffen. „Wir bräuchten aber einige Hunderttausend Euro zusätzlich.“

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Gemeindebrandinspektor Timo Schröder stieß bei der jüngsten Jahreshauptversammlung der Helsaer Wehr ins gleiche Horn: Die Freiwillige Feuerwehr Helsa habe im vergangenen Jahr überraschend den Status einer Tunnelfeuerwehr für die A44 erhalten und müsse nun auch zu Tunneleinsätzen an der A44 in den Werra-Meißner-Kreis mit ausrücken. „Wir sind schon jetzt für die Tunnel in Hessisch Lichtenau mit zuständig“, sagte Schröder. Für den mit 4,1 Kilometern längsten Straßentunnel in Hessen sind die Helsaer bereits jetzt während der Bauphase zuständig. Erst mit großen Verzögerungen habe man vom Land die Ausbildungsgrundlagen für Tunneleinsätze erhalten.

Den Bürgermeister drückt angesichts der schlechten Finanzlage der Gemeinde die finanzielle Seite. Statt einer Einmalzahlung brauche die Feuerwehr eine laufende finanzielle Unterstützung, sagte Küthe der HNA. Zum Beispiel benötige die Helsaer Wehr für die neuen Aufgaben größere Fahrzeuge mit mehr Zuladung. „Das können wir als Schutzschirmgemeinde nicht leisten.“

Die Gemeinde habe jetzt einen Gerätewagen Logistik im Wert von 100.000 Euro angeschafft. Der kann Rollcontainer aufnehmen, die etwa mit größeren Mengen von Ölbindemitteln oder mit Atemschutzgeräten beladen werden können. Die für die Rettung aus langen Tunneln notwendigen Atemgeräte haben zwei Flaschen, auf den existierenden Feuerwehrfahrzeugen finden sie keinen Platz. Zum Führen der größeren Lkw seien andere - und teurere - Führerscheine nötig. Schließlich befürchtet der Helsaer Verwaltungschef, „dass wir künftig an einer hauptamtlichen Feuerwehrkraft nicht mehr vorbeikommen“ - mit den entsprechenden Kosten.

Die komplizierten Geräte müssen instand gehalten werden. Ehrenamtlich sei das kaum noch zu bewältigen. Die 115 Einsatzkräfte der vier örtlichen Feuerwehren in Helsa, Wickenrode, St. Ottilien und Eschenstruth sind mit 165 Einsätzen (2013) schon stark belastet - das ist alle drei Tage ein Einsatz.

Im Landkreis Kassel gibt es bereits vier hauptamtliche Feuerwehrleute in den ansonsten ehrenamtlich arbeitenden Wehren: in Fuldatal, Baunatal, Wolfhagen und Hofgeismar.

„Das alles belastet unsere Gemeindefinanzen erheblich. Da fühlen wir uns im Stich gelassen“, meint Küthe.

Von Holger Schindler

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