Feuerwehr: Immer weniger löschen mit

Wasser Marsch: Die Mitglieder der Freiweilligen Feuerwehren stehen rund um die Uhr bereit, wie hier beim Brand des historischen Merten-Jäger-Hauses in Helsa im Juli 2011. Immer weniger wollen aber eine solche Aufgabe übernehmen. Archivfoto: Koch

Kreis Kassel. Immer weniger Menschen wollen bei der Feuerwehr mitmachen. Das sagt die Statistik des Bezirksfeuerwehrverbandes Kurhessen-Waldeck. Die Zahl der Aktiven in Freiwilligen Feuerwehren ist demnach seit 1980 um über 6000 gesunken, und zwar von 31.374 auf 25.294.

Die Entwicklung ist sicher auch Thema beim Landesfeuerwehrtag, der mit rund 300 Teilnehmern am Wochenende in Baunatal über die Bühne geht.

Wehren aufgelöst

Mit dem geringer werdenden Interesse an der Arbeit der Brandschützer verschwinden gleichzeitig ganze Einsatzabteilungen von der Bildfläche. 61 Freiwillige Feuerwehren sind in den 32 Jahren in Nord- und Ostehessen aufgelöst worden. Insgesamt gehören dem Bezirksverband noch rund 1000 Freiwillige Wehren an.

Der Schwund in den Einsatzabteilungen ist im Landkreis Kassel nicht ganz so dramatisch. „Wir haben zwar eine gewissen Fluktuation, die Zahlen sind in der Summe aber recht stabil“, sagt Sebastian Mazassek, kommissarischer Kreisbrandinspektor im Landkreis Kassel, mit Blick auf die vergangenen fünf Jahre. 2007 gab es im Kreis 3501 Aktive in den aktiven Abteilungen, 2012 waren es noch 3478.

Einen leichten Rückgang registriere man allerdings bei den Jugendfeuerwehren, sagt Mazassek. Diese Entwicklung sieht er begründet in einem gesellschaftlichen Wandel in den Bereichen Schule, Ausbildung und Freizeit. „Das betrifft uns genauso wie andere Vereine.“ Gab es 2007 noch 1841 Jungen und Mädchen, die sich im Landkreis in den Jugendabteilungen engagierten, waren es im vergangenen Jahr noch 1525.

Zusammengelegt

Um die Wehren in den Kommunen langfristig schlagkräftig zu erhalten, werden im Kreis Kassel Einsatzabteilungen aus mehreren Ortsteilen zusammengelegt. Laut Sebastian Mazassek geschieht das aktuell mit allen drei Ortsteilwehren in Lohfelden. In Ahnatal seien beide Wehren vor drei Jahren verschmolzen, in Kaufungen existiere dieses Modell bereits seit etwa 20 Jahren. Auch in Espenau und in Teilen der Stadt Vellmar habe es Zusammenschlüsse gegeben. Jetzt sei die Zeit, so Mazassek, weitere Konzepte auf den Weg zu bringen.

Von Sven Kühling

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