Neuer Leiter für Feuerwehr Schauenburg

Gemeindebrandinspektor Eisenbeiß hört auf

Feuerwehr ist sein Leben: Wilhelm Eisenbeiß hört als Gemeindebrandinspektor auf, der Berufsfeuerwehr Kassel und Einsatzabteilung der Hoofer Wehr bleibt er aber erhalten. Foto: Kühling

Schauenburg. Wenn Wilhelm Eisenbeiß künftig zu einem Feuer in Hoof ausrückt, ist er wieder einer von vielen. Zehn Jahre war er Gemeindebrandinspektor. Am Samstag soll in der Jahreshauptversammlung sein Nachfolger gewählt werden.

Der Elgershäuser Carsten Borowski steht als neuer Leiter der Schauenburger Brandschützer in den Startlöchern. Eisenbeiß will der Einsatzabteilung in Hoof aber weiterhin zur Verfügung stehen.

Und warum hört er mit 55 Jahren als Gemeindebrandinspektor auf? Fünf Jahre dauere eine weitere Amtszeit, sagt Eisenbeiß sachlich. Die körperliche Belastung sei jetzt schon sehr hoch. „Man muss nicht noch mit über 60 auf allen Vieren durchs Feuer kriechen.“

Kurzclip:
Wilhelm Eisenbeiß spricht über seinen Abschied bei der Schauenburger Feuerwehr

Trotz dieser nüchternen Einstellung - der Hoofer ist Vollblutfeuerwehrmann. Zunächst war Eisenbeiß vier Jahre Jugendfeuerwehrwart in Hoof, dann 14 Jahre stellvertretender Wehrführer und schließlich zehn Jahre Gemeindebrandinspektor. Seit 1982 arbeitet er hauptberuflich für die Berufsfeuerwehr Kassel. In vier Jahren geht er dort in den Ruhestand.

Zur Feuerwehr kam der gebürtiger Wolfhager eher zufällig. „Ein Arbeitskollege spielte bei der Wolfhager Wehr im Spielmannszug“, erinnert sich der gelernte Elektroinstallateur. Um ebenfalls dort mitmachen zu können - „als Trommler“ - sei er schließlich in die Feuerwehr eingetreten. Erst dadurch habe sich Interesse am Brandschutz entwickelt. Schließlich habe er sein Hobby zum Beruf gemacht.

„Wir wollen Schaden von den Bürgern abwenden.“ Diese Worte sind gleichzeitig Leitfaden des scheidenden Feuerwehrchefs. Je weniger Einsätze eine Wehr habe, desto besser sei es schließlich für die Bevölkerung. Wenn er an besonders prägende Fälle denkt, kommen Eisenbeiß zunächst schwere Verkehrsunfälle in Erinnerung, zu denen die Schauenburger Wehren gerufen wurden. In Elmshagen beispielsweise habe im Mai ein junger Mann unter einem Auto gelegen. „Viele haben ihn gekannt“, sagt Eisenbeiß mit nachdenklicher Stimme. So etwas beschäftige einen noch über den Einsatz hinaus.

Eisenbeiß war zehn Jahre für 150 Feuerwehrleute und 13 Spezialfahrzeuge verantwortlich - diese Aufgabe gibt er jetzt ab. Beraten wolle er gerne noch, sagt er. Beispielsweise bei der anstehenden Ausstattung der Wehr mit digitalem Funk.

Von Sven Kühling

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