Kultusminister: Sonderstatus könnte Begehrlichkeiten wecken

Kein Feuerwehr-Unterricht in hessischen Schulen

Nachwuchs wird dringend benötigt: Auf unserem Foto werden Mitglieder der Jugendfeuerwehr von einem erfahrenen Feuerwehrmann ausgebildet. In den hessischen Schulen wird es diesen Unterricht nach der Entscheidung des Kultusministers nicht geben. Foto: dpa

Kreis Kassel / Wiesbaden. Landrat Uwe Schmidt (SPD) wollte als Modellversuch an drei Schulen des Landkreises feuerwehrtechnischen Unterricht als Wahlpflichtfach einführen.

Bereits seit einigen Jahren können sich Schüler in Rheinland-Pfalz auf diese Weise fit machen für den Dienst in den Einsatzabteilungen.

Uwe Schmidt

Doch im Juni vergangenen Jahres kam ein entschiedenes Nein aus Wiesbaden: Kultusminister Alexander Lorz (CDU) lehnte den Vorschlag des Landrats mit der Begründung ab, ein Sonderstatus der Feuerwehr in den hessischen Schulen könne zu Begehrlichkeiten bei anderen Hilfsorganisationen führen.

Doch ganz umsonst war Schmidts Einsatz für eine engere Verzahnung von Schule und freiwilliger Feuerwehr am Ende aber offensichtlich doch nicht: Vor Kurzem haben Lorz und der Präsident des Hessischen Feuerwehrverbandes, Ralf Ackermann, eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Alexander Lorz Foto: dpa

Demnach wird das Kultusministerium „Arbeitsgemeinschaften, Projekte und andere Wahlangebote“ unterstützen, die an Schulen gemeinsam mit den freiwilligen Feuerwehren auf die Beine gestellt werden. „Diese Angebote können für Schulen auch bezüglich der inhaltlichen Ausgestaltung ihres Ganztagsangebots ein Gewinn sein“, heißt es in dem Papier. Ziel des Landes sei es, „dass alle allgemeinbildenden und beruflichen Schulen Kooperationen mit den Feuerwehren eingehen können“, sagte Lorz.

Die Absichtserklärung soll in diesem Jahr in einer Kooperationsvereinbarung konkretisiert werden. Die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Wehren solle „stets auf Freiwilligkeit basieren“, betonte der Minister.

Für Landrat Schmidt ist die gemeinsame Erklärung von Land und Feuerwehrverband ein „überfälliger, aber leider viel zu kurzer Schritt in die richtige Richtung“. Schmidt moniert, dass sich die jetzt vorgesehenen Angebote vor allem an jüngere Schüler richten. Er fordert angesichts des sich abzeichnenden Personalmangels bei den freiwilligen Feuerwehren dagegen „verbindliche Angebote, die sich primär an die Schüler der Oberstufen und der berufsbildenden Schulen richten“.

Wie mit dem aktuellen Angebot des Landes im Landkreis Kassel umgegangen werden soll, will Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek nach Auskunft von Kreissprecher Harald Kühlborn demnächst mit den Vertretern der freiwilligen Feuerwehren besprechen.

Von Peter Ketteritzsch

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