In Hessen verboten, in Niedersachsen nicht

Feuerwehren fordern Blaulicht für die Privatfahrzeuge

Ruckzuck montiert: Bevor sich Stefan Kuhn, Gemeindebrandmeister in Staufenberg, auf den Weg zum Einsatzort macht, bringt er ein mobiles Blaulicht auf seinem Privatfahrzeug an. Foto:  Waldmann

Kreis Kassel / Staufenberg. Ehrenamtliche Führungskräfte der Feuerwehr dürfen in Hessen bislang kein Blaulicht auf ihrem Privatfahrzeug montieren, um zum Einsatzort zu gelangen.

Dies sorgt für Diskussionen, denn wenige Kilometer weiter, in Staufenberg, ist das gängige Praxis für Gemeinde- und Kreisbrandmeister sowie Abschnittsleiter und Bereitschaftsführer.

Wird Stefan Kuhn alarmiert, muss alles blitzschnell gehen: Innerhalb von Sekunden hat er seine Schutzkleidung angezogen, schlüpft in seine Sicherheitsschuhe und verlässt das Haus.

Der Gemeindebrandmeister aus Staufenberg öffnet seinen Kofferraum und holt ein Blaulicht hervor. Dank eines Magnetfußes haftet es direkt auf dem Autodach. Kuhn steigt ins Auto, schaltet das Blaulicht ein und fährt los.

Ende vergangenen Jahres sorgte ein Vorfall in Lohfelden für Aufregung: Dort wurden mehrere Brandschützer in ihren Privatfahrzeugen geblitzt. Den Einspruch, sie hätten sich auf dem Weg zur Feuerwehrwache befunden, um von dort zum Einsatz zu fahren, wies die Gemeinde zurück.

Nun will sich die SPD für die Forderung des Landesfeuerwehrverbandes nach einer Sondergenehmigung starkmachen.

„Seit zwei Jahren versucht der Landesfeuerwehrverband Hessen, mit dem Innenministerium eine Regelung zu finden“, bestätigt SPD-Landtagsabgeordneter Dieter Franz auf HNA-Anfrage. Seinen Informationen zufolge gibt es interne Schwierigkeiten zwischen den zuständigen Ministerien.

Über eine parlamentarische Anfrage im Plenum Ende Juni will Franz die Hinderungsgründe in Erfahrung bringen. Würde eine Blaulichtberechtigung seitens des Innenministeriums aus fadenscheinigen Gründen abgelehnt, werde er ein weiteres parlamentarisches Verfahren in Gang setzen.

Wenn der politische Wille da sei, könne eine derartige Regelung über den Verordnungsweg innerhalb von sechs Monaten eingeführt werden.

Franz und sein Kollege Timon Gremmels waren auf mehreren Feuerwehrverbandsversammlungen auf dieses Problem aufmerksam gemacht worden. Sie kämen auf dem internen Weg nicht mehr weiter, hörte Franz beispielsweise vom Kreisbrandinspektor des Werra-Meißner-Kreises, Christian Sasse.

Von den Einsatzleitern, die beim Busunfall auf der A 4 zwischen Kirchheim und Hersfeld Ende vergangenen Jahres waren, erfuhr Franz, dass sie erst in ein Einsatzfahrzeug umsteigen mussten, um überhaupt zur Unfallstelle zu gelangen. „Ein Durchkommen mit dem Privatfahrzeug war einfach nicht möglich.“

Blaulicht auf Privatfahrzeug - Stefan Kuhn zeigt, wie das geht:

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