Engere kommunale Zusammenarbeit: Feuerwehrleute üben Schulterschluss

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Seltene Auszeichnung: Rolf Lengemann aus Baunatal (Mitte) erhielt die Goldene Ehrennadel des Deutschen Jugendfeuerwehrverbandes. Lengemann ist dienstältester Feuerwehr-Nachwuchsprüfer in Deutschland. Pierre Besson (links) und Norbert Damm vom Feuerwehrverband gratulierten.

Kreis Kassel. Wenn es um Brandschutz geht, stehen oft hohe Kosten im Raum. Derzeit wird beispielsweise diskutiert, ob die Feuerwehr Lohfelden eine Drehleiter anschaffen soll. Denn wenige Kilometer weiter, in Oberkaufungen, hat die dortige Wehr bereits eine. Warum diese nicht gemeinsam nutzen?

Darauf gab es bei der Versammlung des Kreisfeuerwehrverbands am Freitag im Kasseler Hermann-Schafft-Haus noch keine Antwort. Dennoch stand das Thema Kosteneinsparung durch engere Zusammenarbeit auf der Tagesordnung.

„Da müssen wir etwas tun“, sagte Landrat Uwe Schmidt (SPD) während der Tagung gegenüber der HNA. Durch bessere Kooperation könnten „die Gemeinden Kosten sparen“, erklärte der Verbandsvorsitzende Norbert Damm. Die Weichen sind bereits gestellt: Am 23. Juni werden Bürgermeister und Führungskräfte der Feuerwehren eine erste Runde einläuten, in der Vorbilder für erfolgreiche Kooperationen gesucht werden sollen. Momentan hakt es wohl noch ab und an mit der Zusammenarbeit: Die Berufsfeuerwehr Kassel habe für einige Wehren im Kreis Uniformen gewaschen und Atemschutzgeräte gewartet. Vergangenes Jahr habe die Berufsfeuerwehr plötzlich diese Vereinbarung aufgekündigt, sagte Damm. „So stelle ich mir interkommunale Zusammenarbeit nicht vor“, fügte er hinzu.

1235 sind aktiv 

In der Sitzung formierte sich der Verband, dem 10 654 Mitglieder, darunter 1235 aktive Brandschützer, angehören, neu: Einstimmig beschlossen die Delegierten, den Verband als gemeinnützigen Verein beim Amtsgericht eintragen zu lassen. Mithilfe der neuen Satzung hofft der Verband auf mehr Sponsoren und mehr finanziellen Zufluss für seinen Unterstützungsfonds, da nun Spendenquittungen ausgestellt werden können.

Der Landtagsabgeordnete Timon Gremmels (SPD) will der Feuerwehr den Rücken stärken: Er setze sich in Wiesbaden für die Forderung ein, dass Wehrführer im Privatwagen mit Blaulicht zum Einsatz fahren dürfen. Außerdem werde er für eine bessere Warn-Beschilderung bei Staus auf Autobahnen eintreten, damit die Wehren leichter zur Unfallstelle kommen.

Die Wehren im Kreis hätten 2014 236 Menschenleben gerettet, berichtete Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek. Mit der Zahl der Einsatzkräfte sei er zufrieden. Gegen den steigenden Altersschnitt müsse man aber etwas tun.

Eine Reihe von Ehrungen gab es auch: Erwin Gibhardt (Altenritte) und Manfred Jordan (Ahnatal) erhielten das Ehrenkreuz in Silber des Deutschen Feuerwehrverbands. Walter Jordan (Ahnatal) und Matthias Böttger (Kaufungen) bekamen die Floriansmedaille.

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