Geschichtskreis präsentiert Aufnahmen von der Besiedlung bis zum Ende des 1. Weltkriegs

Film zeigt alte Söhredörfer

Aufnahme vom Beginn des 20. Jahrhunderts: Mitglieder des Gesangvereins präsentierten sich beim Festzug durch Wellerode für den Fotografen. Repros (2) und Fotos (2): Wohlgehagen

Söhrewald. „Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen“, sagte Gerhard Werner, Vorsitzender des Geschichtskreises Söhrewald, als er im vollen Dorfgemeinschaftshaus Wellerode den ersten Film des vor neun Jahren gegründeten Vereins über die Entstehung und Entwicklung der drei Söhredörfer ankündigte.

In dem jetzt fertiggestellten ersten Teil der Dokumentation von Autor und Regisseur Dr. Rainer Hobein unter dem Titel „Die Söhredörfer im Spiegel der Landesgeschichte von Hessen Kassel“ wird die Zeitspanne von den Besiedelungen des nordhessischen Raumes bis zum Ende des 1. Weltkrieges (1914 bis 1918) behandelt.

Die Fortsetzung werde noch interessanter: „Freuen Sie sich auf viele bunte Filmszenen aus den letzten Jahrzehnten“, verriet Gerhard Werner über den zweiten Filmteil, der im Herbst erscheinen soll. Der Geschichtskreis bittet die Bevölkerung, ihm für die Produktion Foto- und Film-Material, auch über Dorffeste, Kundgebungen usw. zur Verfügung zu stellen.

Dr. Hobein dankte besonders dem engeren Team des Vereins für die Zusammenarbeit: Es habe sehr viel Spaß gemacht, an nordhessischen Originalschauplätzen der Geschichte wie in Karlshafen, Fritzlar, Altgeismar oder im Hugenottendorf St. Ottilien zu drehen.

Beeindruckende Bilder

Gezeigt wurden in Welleorde beeindruckende Blicke auf Kirchen, Burgen und Schlösser. Oder auf Kassel, den Hohen Meißner, den Nationalpark Kellerwald und den Edersee. Die Besucher erlebten Nordhessen als „eine christlich geprägte Region mit klaren Seen und Flüssen, frischer Luft und intakter Umwelt“.

In der Grundausstattung stützt sich die überzeugende Dokumentation auf Bilder, animierte Karten und Videosequenzen. Häufig werden Bezüge zu den Söhredörfern hergestellt, wie die Besiedelung im 7. und 8. Jahrhundert von Vollmarshausen aus, die erste urkundliche Erwähnung Wellerodes (1351) oder dessen komplette Zerstörung während des Dreißigjährigen Krieges im 17. Jahrhundert. Sogar Jérôme Bonaparte, König von Westphalen (1784 bis 1860), soll einmal im Alten Forsthaus in Wellerode logiert haben.

Für den Einstieg in den inhaltreichen Geschichtsabend war Herbert Crede verantwortlich: Der engagierte Fotograf präsentierte im Vorprogramm eine halbstündige Diashow mit faszinierenden Luftaufnahmen, die mit einer Drohne über Wellerode, Wattenbach und Eiterhagen aufgenommen wurden. Eine Doppel-DVD mit dem ersten Teil des Films und der Kopter-Diashow ist für sieben Euro in der Gemeindeverwaltung Wellerode erhältlich, außerdem eine Neuauflage vom „Basaltabbau in der Söhre“ (Lothar Rolwes) als Broschüre für fünf Euro.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.