Finanzspritze fürs Mönchshaus

Mönchehof: Gemeindevertreter bewilligen 10.000 Euro für laufende Sanierung

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Noch ein langer Weg: Auf die ehrenamtlichen Helfer wartet im Kellergeschoss des Mönchshauses viel Arbeit. Foto: Dilling

Espenau. Eine weitere Hürde bei der Sanierung des ältesten Gebäudes von Mönchehof hat der gemeinnützige Verein Denkmalpflege Mönchshaus genommen. Die Gemeindevertreter gaben während ihrer jüngsten Sitzung einen Zuschuss von 10 000 Euro frei. Diese Finanzspritze war zwar schon im Espenauer Haushalt eingestellt, aber mit einem Sperrvermerk versehen worden.

Der gemeindliche Zuschuss ist mehr wert als die Summe ausdrückt: Denn für den Verein zählt er zu den sogenannten Komplementärmitteln: Die Landesdenkmalpflege zahlt laut Vereinschef Hans-Dieter Baller ihren für dieses Jahr zugesagten Zuschuss von 60 000 Euro nur in voller Höhe, wenn der Verein Mittel in ähnlicher Höhe einwirbt.

Die Gemeinde hatte für das 2010 gestartete Sanierungsprojekt bereits einmal einen Zuschuss von 20 000 Euro gegeben.

In der Gemeindevertretersitzung stimmten drei Fraktionsmitglieder der Freien Wähler gegen die neuerliche Finanzspritze, Gerhard Wengler von der FWG schloss sich dagegen der Mehrheit in der Gemeindevertretung an. „Wir sind eine hoch verschuldete Gemeinde, ich denke, es reicht“, hatte FWG-Fraktionschef Wilfried Reh zuvor gesagt. Wenn die Gemeinde mehr als üblich zuschieße, wecke das Begehrlichkeiten bei anderen Espenauer Vereinen, die die Gemeinde dann nicht erfüllen könne.

Im Gegensatz zu den übrigen Gemeindevertretern, die sich als Mitglieder der Espenauer Ausschüsse im Vorfeld vor Ort im Mönchshaus informiert hatten, äußerte sich Reh kritisch zu den Baufortschritten. „Ich war enttäuscht von dem, was ich gesehen habe. Ich dachte, für das viele Geld sei mehr gemacht worden“, sagte er.

Hans-DieterBaller

Den Zuschuss könne man für andere Zwecke besser verwenden, erklärte seine Parteifreundin Susanne Baberuxki.

Grüne Liste begeistert

Da hatte Theo Grimm von der Grünen Liste Espenau eine andere Wahrnehmung. Er sei „begeistert“ vom ehrenamtlichen Engagement der Vereinsmitglieder. Später könne die Gemeinde das Haus vielleicht mitnutzen und dort Ausstellungen präsentieren. Der Verein habe inzwischen die Bausubstanz des vorher baufälligen Gebäudes gesichert, sagte Gerrit Langhans von der CDU.

Momentan arbeiten die freiwilligen Helfer des Denkmalpflegevereins mit Hochdruck im maroden Kellergewölbe des Mönchshauses. Später müssen Zimmerdecken und Haustechnik erneuert werden.

Möglichst schon nächstes Jahr soll das Objekt vermietet werden. Die Einnahmen sollen in den langfristigen Erhalt des Denkmals fließen.

Von Peter Dilling

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