50 Jahre Volkssternwarte Rothwesten: Trotz trüben Wetters großer Andrang beim Tag der offenen Tür

Fingerabdruck der Sonne sehen

Blick in den Himmel: Viele Besucher nutzten gestern den Tag der offenen Tür für einen Besuch der Volkssternwarte Rothwesten. Durch den geöffneten Kuppelspalt war das Teleskop auf die Sonne gerichtet. Ein Spezialfilter machte die Beobachtung möglich - wenn die Wolken zwischendurch mal den Himmel freigaben. Fotos: Schilling

Fuldatal. „Das ist der Schlüssel zum Universum“. Lächelnd steht Ralf Gerstheimer am Fuße des Aussichtsturms auf dem Häuschensberg in Rothwesten. Gerade hat er ein Spektroskop aufgebaut. Schaut man hinein, sieht man das Spektrum der Sonne.

Fast wie ein Regenbogen sieht das aus. Und es ist, so erklärt Gerstheimer, so etwas wie der Fingerabdruck der Sonne. Während er einer kleinen Gruppe von Besuchern erklärt, was man am Spektrum von Sternen alles ablesen kann, herrscht im Turm, auf der Aussichtsplattform und vor allem ganz oben in der Sternwarte richtiges Gedränge. 

Aus Kassel, Helsa, Ahnatal und vielen anderen Orten der Region sind die Besucher gestern zur Volkssternwarte gekommen. Sie nutzten den Tag der offenen Tür anlässlich des 50jährigen Bestehens, um einen Blick durch eines der Teleskope zu werfen und ließen sich von den ehrenamtlichen Mitarbeitern des Sternwarten-Teams die Technik und ein bisschen auch das Universum erklären. 

 Mit dabei waren viele Kinder. Extra aus Helsa kam Martin mit seiner Mutter und Oma angereist. Kaum unter der Kuppel der Sternwarte angekommen, musste er über eine Leiter noch ein bisschen höher hinauf steigen. Denn nur so ließ sich durch das Newton Spiegelteleskop ein Blick auf die Sonne erhaschen. Allerdings nur dann, wenn sich nicht gerade Wolken vor den Himmel schoben. Das Wetter war gestern nicht ideal. 

Doch das machten Andreas Doerr und die anderen Mitarbeiter des Sternwarten-Teams durch ihre spannenden Einführungen in die Welt der Astronomie wieder wett. So ließ sich auch Ina Wensch aus Calden den Ausflug zur Sternwarte von den Wolken nicht verderben. „Es ist sehr interessant, mal die ganzen Instrumente zu sehen. Da steckt viel Technik dahinter.“ Technik, die auch den achtjährigen Stefan aus Ahnatal interessierte. Am Fuß des Sockels, an dem die Teleskope montiert sind, entdeckte er ein kleines, sich drehendes Rädchen. 

„Warum bewegt sich das?“, fragte er Hobby-Astronom Stefan Schröder. Der erklärte, dass der Motor dafür da ist, die Erddrehung auszugleichen. Eine besondere Herausforderung war der Besuch der Sternwarte für Sabine John aus Kassel. Trotz ihrer Höhenangst stieg sie den Turm hinauf, um die Gelegenheit zur Besichtigung zu nutzen. „Das ist eine tolle Sache und ich wollte schon immer mal herkommen“, erklärte sie gut gelaunt auf der Aussichtsplattform. In die Ferne schweifen ließ sie den Blick dabei aber lieber nicht.

Von Meike Schilling

50 Jahre Volkssternwarte Rothwesten

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