Firma Schüchen mit Niederlassung in Baunatal ist insolvent

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Baunatal. Das Speditionsunternehmen Schüchen International mit einer Niederlassung auch in Baunatal hat einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Darmstadt gestellt.

Das bestätigt Holger Voskuhl, Sprecher des Unternehmens mit Hauptsitz im südhessischen Raunheim. Der Logistik-Dienstleister, der nach eigenen Angaben zahlungsunfähig ist, hat rund 740 Mitarbeiter an zehn Standorten in Deutschland sowie in Österreich und Tschechien.

Artikel aktualisiert um 16.15 Uhr.

Die Baunataler Niederlassung mit 18 Beschäftigten befindet sich im Gewerbegebiet Buchenloh in Rengershausen. Sie seien am 21. Februar telefonisch über die Situation informiert worden, berichten Andreas Götze (43, Baunatal) und Thomas Spruck (44, Kassel), die beide seit vielen Jahren für das Familienunternehmen am Standort Baunatal arbeiten. Trotz der finanziellen Schieflage der Firma sind beide optimistisch, dass es in Rengershausen weitergeht. „Wir hoffen es“, sagt Götze. Und Spruck ergänzt: „Ganz klar.“

Die Familienväter heben den guten Zusammenhalt bei Schüchen hervor. „Durch die familiengeführte Geschäftsleitung entstehen Bande, die man nicht so schnell zerreißt“, sagt Spruck.. Die Mitarbeiter sind zuversichtlich, dass der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Markus Ernestus, eine Lösung findet.

„Der Geschäftsbetrieb ist stabilisiert“, betont Schüchen-Sprecher Holger Voskuhl zur Lage des Gesamtbetriebs. Der Insovenzverwalter sei derzeit auf der Suche nach einem Investor.

Gegründet wurde das Transportunternehmen 1939 von Willi Schüchen in Mammelzen bei Altenkirchen (Westerwald). Geführt wird der Betrieb seit 2005 in der dritten Generation von Felix Wilhelm Schüchen. Das Unternehmen erwirtschaftete nach eigenen Angaben zuletzt einen Jahresumsatz von 118 Millionen Euro. Der Transporteur ist in großem Stil für Autohersteller tätig, insbesondere für VW, Opel und BMW.

Insolvenzantrag wurde nach Angaben Voskuhls wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt. Als einer seiner ersten Amtshandlungen habe der Insolvenzverwalter Insolvenzgeld für die Beschäftigten des Unternehmens beantragt, so dass die Löhne und Gehälter bis einschließlich April gesichert seien, sagt Voskuhl.

Von Sven Kühling

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