Lehre in der Welt des Sports

Fitte Kaufleute: KSV Baunatal ist ab sofort Ausbildungsbetrieb

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Nur wer sie selbst ausprobiert hat, weiß, wie anstrengend eine Übung ist: Christoph Klein, Leiter des Sportstudios Sportwelt, erklärt den angehenden Fitnesskauffrauen Stephanie Oetzel (links) und Kira Werner die Kniebeuge.

Baunatal. Der KSV Baunatal bildet ab sofort Fachkräfte für sein Fitnessstudio aus. Damit zieht er sich maßgeschneiderte Trainer heran - für eine vielversprechende Vereinszukunft.

Was macht ein Verein, der sich nicht über mangelnden Nachwuchs beschweren will? Er tut etwas für seine Mitglieder. So, wie der KSV Baunatal. Der bietet seinen 6300 Mitgliedern ein Fitnessstudio und erweitert sein Spektrum an Sportarten regelmäßig. Seinen Mitgliedern, besonders auch dem Nachwuchs, gibt er damit immer wieder neuen Anreiz, um sportlich aktiv zu sein. Seit diesem Jahr tritt der Verein zudem als Arbeitgeber auf. Mit dem Angebot, Fitnesskaufmänner und -kauffrauen auszubilden, sorgt er dafür, dass Vereinsmitglieder noch besser betreut werden und sich der Kreis wieder schließt. Er investiert in seine eigene Zukunft.

Verein und Beruf verbinden 

Ein Verein als Arbeitgeber? „Das probieren wir mal aus“, sagt Vorstandsvorsitzender Timo Gerhold, der zugleich die Ausbildung koordiniert. „Die Kräfte, die wir brauchen, können wir auf dem Arbeitsmarkt nicht finden“, sagt er. Deshalb habe man Anfang des Jahres 2014 eine Stelle ausgeschrieben: Auszubildende/n zur/zum Fitnesskaufmann/-frau gesucht. Von 15 Bewerbern, größtenteils männlich, kamen fünf in die engere Auswahl. Dass es jetzt statt einer Auszubildenden gleich zwei davon im Fitnessstudio des Vereins gibt, war nicht geplant, sondern habe sich so ergeben, bemerkt Gerhold und bereut diese Entscheidung keineswegs.

Stolz auf seinen Verein: Timo Gerhold hat 2003 als Leiter des Fitnessstudios begonnen.

Stephanie Oetzel (21) und Kira Werner (19) sind nun seit 1. August Angestellte des Vereins. Unter dem Schirm der Fitnesskauffrau wurde für beide aber ein anderer Ausbildungsschwerpunkt gesetzt. Oetzel spezialisiert sich auf die sportpraktische Ausbildung, Werner lernt besonders die kaufmännische Seite des Berufs.

Einmal pro Woche besuchen sie die Berufsschule, am Wochenende erwerben sie die Trainerlizenz und dann verfolgen beide noch ihr ganz persönliches Ziel. Für Oetzel ist es die „perfekte Verknüpfung von Hobby und Beruf“.

„Es macht mich einfach glücklich, hier zu sein und täglich das zu machen, was mir am meisten Spaß macht“, sagt sie und erzählt, nach dem Abitur habe sie erst einmal Wirtschaftswissenschaften studiert, weil sie sich über den Wunschberuf noch nicht im Klaren gewesen sei. Sport habe sie schon immer betrieben und ihre Begeisterung dafür hat beim Bewerbungsgespräch überzeugt.

Ihre Kollegin Kira Werner ist dem KSV als langjähriges Mitglied bekannt. Als Leichtathletin trainierte sie fast täglich und seit 2012 gibt sie ihre Erfahrung als ehrenamtliche Trainerin der Kindergruppe weiter. Beides führt sie fort, „Montag und Dienstag trainiere ich und mittwochs leite ich nach Feierabend das Kindertraining.“ Ehrenamtlich, versteht sich, denn auch wenn ihre Ausbildung bezahlt ist, der KSV bleibt ein Sportverein und lebt vor allem von der Arbeit seiner ungefähr 80 ehrenamtlichen Mitarbeiter.

Hintergrund

Kaufmännische Ausbildung des KSV

Alle Informationen gibt es im Internet.

Die Ausbildung zur Fitnesskauffrau bzw. zum Fitnesskaufmann des KSV Baunatal soll betriebswirtschaftliche sowie sportpraktische Kenntnisse im Bereich Breitensport vermitteln. In den drei Jahren Ausbildungszeit besuchen die Auszubildenden einmal pro Woche die Berufsschule, die restlichen Tage arbeiten sie jeweils acht Stunden im Fitnessstudio. Sie geben Kurse, bekommen Fortbildungen und sollen wichtige Fertigkeiten erhalten, die sie letztlich in der Geschäftsführung wie im Studiobereich arbeiten lassen. Die Auszubildenden organisieren außerdem selbstständig Veranstaltungen der Kindersportschule. Da der Verein 40 verschiedene Sportarten anbietet, wird ein Interesse an der Vielfalt sportlicher Aktivitäten vorausgesetzt. 

Von Anna Lischper

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