Altes Dach ist nicht mehr dicht

Großsporthalle Vellmar bekommt für 400.000 Euro neues Dach

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Abbau: Dachdecker Jens Leinkenjost schneidet mit einem Gerät die Bitumen-Bahnen rund um ein altes Oberlicht auf.

Vellmar. Das Dach der Großsporthalle Vellmar soll für 400 000 Euro saniert werden. Das alte ist undicht, es regnet rein.

„Ein ständiger Quell der Freude“ sei das Dach der Großsporthalle in Vellmar in den zurückliegenden Jahren gewesen, sagt Matthias Wyss, beim Landkreis Kassel für die Schulbauten zuständig, mit ironischem Unterton. Denn das Gegenteil war der Fall. Immer wieder drang Feuchtigkeit ein, verhinderten Pfützen auf dem Hallenboden Ligaspiele, Vereinstraining, Schulunterricht oder andere Veranstaltungen.

Damit soll jetzt Schluss sein. Seit Mitte Mai wird das Flachdach komplett saniert, Mitte August sollen die Arbeiten laut Wyss abgeschlossen sein. Insgesamt investiert der Landkreis als Eigentümer der Halle 400.000 Euro.

Die Problemfälle seien zumeist die Lichtkuppeln des 1976 errichteten Bauwerks gewesen. Eine von insgesamt 56 sei eigentlich immer undicht gewesen. Aber auch die 2150 Quadratmeter große Dachfläche habe immer wieder geflickt werden müssen.

Jetzt werden in vier Abschnitten nach und nach die alten Bahnen aus Bitumen samt Dämmung aufgeschnitten, abgetragen und entsorgt. Anschließend kommen eine Folie als Sperrschicht, Dämmmaterial aus Mineralwolle sowie PVC-Bahnen auf das Dach. Letztere werden maschinell mit einem Heißluftfön-Schlitten verschweißt. Anders die Stücke rund um die neuen Lichtkuppeln. Hier ist Handarbeit erforderlich.

Die Lichtkuppeln werden laut Wyss auf 22 reduziert. Von diesen dienten 14 im Notfall dazu, dass Rauch aus der Sporthalle entweichen kann. Dies sei erforderlich, weil die Halle auch als Versammlungsstätte und Austragungsort von Sportveranstaltungen mit Zuschauern diene. Acht Lichtkuppeln im Mittelbereich des Dachs sollen die Halle mit Tageslicht versorgen.

Auch wenn der Effekt eher gering sei, meint Matthias Wyss. So müsse man die hohe Zahl von ursprünglich 56 Lichtkuppeln als unüblich bezeichnen und als Modeerscheinung der 70er-Jahre ansehen. Denn das verwendete Material Polycarbonat werde durch die Witterungseinflüsse schnell milchig und stumpf, lasse immer weniger Licht durch. Bei Veranstaltungen, auch beim Sportunterricht und in den Wintermonaten sowieso, müsse auf die künstliche Beleuchtung der Halle zurückgegriffen werden.

Das alte Baumaterial wird entsorgt, zum Teil als Sondermüll. 45 Tonnen Kies, der bisher auf dem Dach lag, ging allerdings an den Tierpark Sababurg für den Wegebau.

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