Geschichts- und Museumsverein: Theofil Hermann und Robert Lange erneuerten Arbeitsplatz in der historischen Schmiede

Die Flamme lodert wieder in der Esse

„Heilige Flamme“ lodert wieder: Robert Lange (links) und Theofil Hermann haben in unzähligen Stunden und viel Kleinarbeit die Esse, die Feuerstelle der historischen Simmershäuser Schmiede erneuert. Jetzt zeigten sie, wie sie betrieben wird. Foto: Hobein

Fuldatal. Die alte, historische Schmiede in der Simmershäuser Karlstraße besteht seit über einem Jahrhundert. Diese Zeit ist nicht spurlos an ihr vorübergegangen. Jetzt wurde ein wesentlicher Teil des Gebäudes, die Esse, wieder hergerichtet.

Seit einigen Jahren ist die Schmiede in der Obhut des Geschichts- und Museumsverein Fuldatal (GuM) und wird als Museumsschmiede betrieben. Schließlich soll sie als Kleinod für die Nachwelt erhalten bleiben.

„Es ist uns gelungen, die Esse wieder so herzustellen, wie sie früher war.“

Theofil Hermann Schmiedebeauftragter

Die Verantwortlichen des rührigen Fuldataler Museumsvereins sind immer wieder bemüht, die Einrichtungen der Schmiede in ihrem ursprünglichen Zustand zu unterhalten oder wieder entsprechend herzurichten. Damit will man zeigen, wie früher in dem Gebäude gearbeitet wurde.

Theofil Hermann, Beauftragter des Museumsvereins für die Simmershäuser Schmiede, hat in den vergangenen Monaten die als Feuerstelle dienende Esse, den Hauptarbeitsplatz des Schmiedes, erneuert. „Es ist uns gelungen, die Esse wieder so herzustellen, wie sie früher war“, freut sich Hermann, der bei dieser Arbeit von Robert Lange unterstützt wurde.

Dabei verwendeten die beiden neben Beton auch Ziegel- und Sandsteine, um das Feuerbett herzustellen. Die umgebende Stahlplatte wurde in einen Rahmen gelegt, damit die Esse nicht mehr wackelt. Dafür seien Kosten von 450 Euro entstanden, sagen die beiden Handwerker. Zahlreiche Stunden haben Hermann und Lange ehrenamtlich in die Herrichtung der Esse investiert und sind jetzt stolz, dass mit dem Feuer in der Esse wieder wie früher Eisen geschmiedet werden kann. Die erneuerte Esse wurde jetzt wieder in Betrieb genommen. Dabei führten die beiden Männer vor, wie sie funktioniert.

Die Feuerstelle wird mit einer speziellen Schmiedekohle, der Anthrazitkohle, betrieben. Es dürfen keine Fremdkörper darin enthalten sein. Über Luftzufuhr wird das Feuer in der Esse reguliert.

Dazu sind in der Schmiede ein Doppelkeil-Blasebalg und ein Handgebläse vorhanden, die mit der Esse verbunden sind und von dieser aus auch bedient werden können. Damit ist es möglich, die Flamme beziehungsweise das Feuer der Esse zu steuern, erläutert Theofil Hermann die Arbeitsweise des Schmiedes.

Wissen angeeignet

„Für den Schmied ist es die Heilige Flamme“, ergänzt Hermann, der passionierter Hobbyschmied geworden ist und sich seit Jahren mit dem Handwerk beschäftigt. In seiner Freizeit habe er sich ein umfangreiches Wissen angeeignet.

Volker Luckhard, Vorsitzender des Geschichts- und Museumsvereins, freut sich, dass es Theofil Hermann und Robert Lange mit ihrem engagierten Einsatz gelungen ist, die Esse wieder funktionsgerecht herzurichten.

Auch sei man im Verein glücklich darüber, dass mit Robert Lange ein jüngerer Mensch bereit sei, sich in die Materie der Schmiede einzuarbeiten und von Hermann angeleitet werden könne. „Die beiden wollen das Kleinod Schmiede künftig gemeinsam pflegen und hegen“, stellte Luckhard zufrieden fest.

Von Klaus Hobein

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